Kolumne

Schloss Nymphenburg: die Sommerresidenz bayerischer Kurfürsten und Könige

Von: Karola Schmitt

Anfangs war das barocke Schloss Nymphenburg, das heute zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Münchens zählt, ein recht schlichter, würfelförmiger Bau. Kurfürst Ferdinand Maria schenkte seiner Gemahlin Henriette Adelaide von Savoyen zur Geburt des Thronfolgers Max Emanuel das Schloss als Sommerresidenz. Im Jahre 1664 wurde mit dem Bau begonnen. Als der Thronfolger an der Macht war, veranlasste er bereits die ersten Erweiterungsbauten.

Schloss Nymphenburg im Wandel

Schloss Nymphenburg mit Schlosspark – Foto: Karola Schmitt

Im Laufe der Zeit entstand eine riesige Schlossanlage. Den Beginn machten die beiden seitlich zum Schloss errichteten Galerien mit den angrenzenden Pavillons. Einige der ursprünglich im barocken Stil errichten Räume wechselten später ins Rokoko oder in den Klassizismus. Namhafte Architekten waren an den Erweiterungs- und Umbauten beteiligt. Der Baumeister François de Cuvilliés erschuf den Steinernen Saal, der über drei Geschosse reicht. Johann Baptist Zimmermann gestaltete das herrliche Deckenfresko. Als weitere Attraktion im Nymphenburger Schloss gilt die Schönheitengalerie von König Ludwig I. Der zunächst als Speisesaal dienende Raum beherbergt tatsächlich 36, ursprünglich waren es 40 Gemälde von besonders hübschen Frauen aus allen Gesellschaftsschichten. Die alljährlich in hoher Zahl herbei strömenden Touristen zählen auch noch das Geburtszimmer von Ludwig II. zu den herausragenden Räumlichkeiten des Schlosses.

Museen in den Seitenflügeln

Das Geburtszimmer von König Ludwig II. – Foto: Dr. Meierhofer

Im südlichen Seitenflügel des Schlosses sind das Marstallmuseum mit historischen Galakutschen und Prunkschlitten und das Porzellanmuseum mit der prächtigen Porzellansammlung der Familie Bäuml untergebracht. Im Jahre 1990 zog das Naturkundemuseum Mensch und Natur in den nördlichen Trakt ein. In einem Gebäude des nördlichen Schlossrondells befindet sich die Porzellanmanufaktur Nymphenburg. In ihren Ateliers, Büros und Werkstätten arbeiten fast 70 Angestellte.

Einladender Schlosspark

An das Schloss Nymphenburg schließt in westlicher Richtung der phantastische, 229 ha große Schlosspark an, in dem das Element Wasser in Form von Wasserspielen, Kanälen und Seen eine tragende Rolle einnimmt. Der breite Mittelkanal beginnt an der Großen Kaskade, an der das Wasser über eine zweiteilige Treppe nach unten rauscht. Diese künstlich geschaffene Wasserstraße verläuft 800 m in Richtung Schloss, gesäumt von in Marmor gehauenen Gottheiten der römischen Mythologie. Sowohl Schloss Nymphenburg als auch der angrenzende Park unterstehen der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

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