Kolumne

Münnerstadt – Kleines Städtchen mit großer Geschichte

Von: Jan Sievert

foto-jan-22Im Norden Unterfrankens, eingebettet durch die Zent im Osten und den Michelsberg im Westen liegt das schöne Städtchen Münnerstadt. Über all die Jahrhunderte bewahrte sich die Stadt mit ihren heutigen rund 8.000 Einwohnern ihren ganz eigenen Charakter und präsentiert einen Mix aus nahezu allen Baustilen und Epochen.

Das mittelalterliche Münnerstadt aus der Vogelperspektive - Foto: Stadt Münnerstadt

Das mittelalterliche Münnerstadt aus der Vogelperspektive – Foto: Stadt Münnerstadt

Schon vor rund 6.000 Jahren, in der Jungsteinzeit, wurde auf dem heutigen Stadtgebiet gesiedelt. Nachdem zahlreiche Völker wie die Thüringer und die Franken Anspruch auf die Gegend erhoben, wurde die Stadt im Jahr 770 erstmals urkundlich als Munirihestat erwähnt. Um das Jahr 1230 entwickelte sich die befestigte Stadt Münnerstadt und war damit schon relativ bald mit Rechten und Privilegien ausgestattet, wie mit einer Stadtmauer (erwähnt 1251) und vier Stadttoren, einem Markt (1272), einem Stadtgericht, einem eigenen Stadtrat ab 1279 und einem Stadtsiegel ab 1287. Obwohl 1631 die Schweden im 30-jährigen Krieg die Stadt einnahmen, blieb sie von großem Unheil durch die “Schutzfrau von Münnerstadt” verschont. Jedes Jahr wird Ende August / Anfang September dieses Ereignis mit einem großen Freilichttheaterstück gefeiert.

Die Klosterkirche - Foto: Stadt Münnerstadt

Die Klosterkirche – Foto: Stadt Münnerstadt

Durch Napoleon kam Münnerstadt 105 erstmals zu Bayern, gehörte anschließend zu einigen Fürsten- und Herzogtümern und ist durch den Wiener Kongress seit 1816 ein Teil von Bayern. Obwohl neben mehreren Wohnhäusern auch die Marienkapelle und ein Stadttor dem Bombardement der Alliierten zum Opfer fielen, gelang es der Stadt in den Folgejahren den Stadtkern wieder optisch ansprechend zu gestalten und zu restaurieren.

Münnerstadt kann mit so vielen kulturellen Kostbarkeiten aufwarten, darunter das Theater, das Deutschordensschloss, vier prunkvolle Stadtkirchen, darunter die Kirche St. Maria Magdalena mit einem Altar von Tilman Riemenschneider, die vier Stadttore, der Hennerger Hof und noch vieles mehr. Am besten, Sie schnappen sich die Autoschlüssel (oder gerne auch das Rad oder ein Bahn-Ticket) und besuchen das Städtchen doch einfach mal – eine architektonische Zeitreise durch mehrere Jahrhunderte wartet auf sie.

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