Von: Tilman Weigel


Früher wurde auf dem Gelände des Guts Erlasee Wein angebaut. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts spielte der Weinbau in Arnstein wie fast überall im Fürstbistum Würzburg eine große Rolle. Arnstein war ein Oberamt und damit ein wichtiger Verwaltungssitz. Noch heute ist das alte Amtsschloss erhalten, das in den Bauernkriegen zunächst zerstört, anschließend aber wieder aufgebaut wurde.
Lange residierte hier die Linie Hutten-Franken. Denn der Fürstbischof Albrecht II. von Hohenlohe hatte Schloss und Stadt im 14. Jahrhundert an die Brüder Conrad und Frowin aus der Linie der Hutten verpfändet. Erst 1489 bezahlte sein Nachfolger Rudolf II. von Scherenberg die Schuld und Arnstein wurde wieder ein regulärer Bestandteil des Fürstbistums.

Die Familie von Hutten prägte aber auch weiterhin die Stadt. Das heute als Altenheim genutzte Pfründnerspital beispielsweise wurde 1555 auf Initiative von Moritz von Hutten erbaut. Auch in der spätgotischen Pfarr- und Wallfahrtskirche Maria Sondheim findet man noch zahlreiche Hinweise auf die Familie. Die Kirche diente ihnen lange Jahre als Familiengrablege.
Maria Sondheim gehört zu den wichtigsten Attraktionen der kleinen Stadt. Sehenswert ist beispielsweise das Deckenfresko des Chorraumes von Johann Philipp Rudolph, das 1770 entstand und die Seeschlacht von Lepanto zeigt. Die Kirche liegt etwas außerhalb was den Schluss nahelegt, dass hier bereits vor der Gründung der Stadt Arnstein eine Kirche stand. Denn während Arnstein sich erst im 14. Jahrhundert von einer kleinen Siedlung zu einer Stadt entwickelte, sind viele Ortsteile über 1.200 Jahre alt. Wie alt genau, weiß man nicht, nur dass sie erstmals in Fuldaer Schenkungsurkunden des 8. und 9. Jahrhunderts erwähnt wurden.
Bis heute ist Arnstein von Fachwerk und den architektonischen Formen des Barock mit den typischen Schopfwalmdächern geprägt, auch wenn die Stadtmauer in Gegensatz zu vielen anderen Städten der Region fast völlig verschwunden ist.