Kolumne

Musikzug Hirschau – wie alles begann

Von: Anja Bergler

Derzeit besteht der Musikzug Hirschau aus etwas mehr als 60 aktiven Mitgliedern. Eine erstaunliche Zahl, wenn man bedenkt, dass die Anfänge doch eher in einem überschaubaren Bereich angesiedelt waren.

Die Gründung geht auf das Jahr 1952 zurück – damals als „Fanfarenzug der Kolpingsfamilie“. Initiator war Jakob Wolfsteiner, der damalige Kaplan, der den späteren „Chef“ Josef Uschold darum bat, einen Fanfarenzug aufzubauen. Auch wenn die Anfänge durch fehlende Probenräume und weitere widrige Umstände etwas gehemmt waren, waren doch immerhin zwölf Burschen der Kolpingjugend mit Feuereifer und eiserner Disziplin bei der Sache.

Die Hirschauer sind auf dem Rosenmontagszug in Düsseldorf ebenso vertreten… – Foto: Musikzug Hirschau

Sepp Uschold war es auch, der insgesamt 35 Jahre lang die Erfolgsgeschichte des Musikzugs mitprägte und mit unermüdlichem Fleiß den Verein zu dem machte, was er heute ist – ein Spielmannszug, der weit über die Oberpfälzer Grenzen hinaus bekannt ist.

Der erste öffentliche Auftritt im Mai 1952

Am 01.Mai 1952 schließlich war es soweit und der Fanfarenzug präsentierte sich das erste Mal der Öffentlichkeit auf dem Hirschauer Marktplatz. Trachten gab es damals noch keine, aber man trat in der Uniform der Kolpingjugend auf, die aus schwarzen Hosen und weißen Hemden bestand. Das erste Konzert war ein voller Erfolg und so kam es, dass der Fanfarenzug in den nächsten Monaten und Jahren immer häufiger zu öffentlichen Auftritten und feierlichen Anlässen eingeladen wurde.

Aus dem Fanfarenzug wurde ein Spielmannszug

Viele Hirschauer werden auch noch den Kaplan Josef Schedl kennen, der sich ebenfalls als großer Förderer des Hirschauer Fanfarenzugs einbrachte und mit neuen Ideen den „Umbau“ des Fanfarenzugs auf den Weg brachte. So folgte im Jahr 1967 eine Erweiterung zu einem Spielmannszug, der sich im Mai des gleichen Jahres erstmals präsentierte.

…wie auf Osterkonzerten… – Foto: Musikzug Hirschau

Die größte Veränderung gab es in Sachen Bekleidung. So prägt das Erscheinungsbild des Spielmannszugs damals wie heute eine blaue Heroldstracht. Auch die Musikausrichtung und Vielfalt änderte sich entsprechend.

Erst im Jahr 1973 verständigte man sich in der Vorstandschaft darauf, dass auch Mädchen dem Spielmannszug beitreten dürfen. Das Angebot wurde sehr gut angenommen und so war es möglich, das Orchester entsprechend zu vergrößern.

Zwei Jahre später wurde ein Majorettenkorps gegründet, um die Attraktivität des Musikzugs noch weiter zu steigern. Im August des gleichen Jahres hatte die neugegründete Majorettengruppe gleich ihren ersten großen Auftritt – auf dem traditionellen Further Drachenstich in Furth im Wald.

Nachwuchsförderung und Weiterbildung der Aktiven werden seit jeher großgeschrieben

Konsequente Nachwuchsförderung und qualifizierte Ausbildungen machten den Wechsel von einem Spielmannszug zu einem Musikzug im Jahr 1979 perfekt. Es folgten Wechsel in der Vorstandschaft und im Bereich der musikalischen Leitung, doch dies tat dem Erfolg keinen Abbruch – im Gegenteil. Das gesamte Orchester entwickelte sich weiter. Mittlerweile konnten viele Musiker die begehrten Leistungsabzeichen in Gold, Silber und Bronze erringen.

…und Christmetten – Foto: Musikzug Hirschau

Weitere Erfolge des Musikzugs Hirschau stellten sich ein. So konnte beispielsweise im Jahr 1989 der 1. Platz beim Blasmusikwettbewerb der MZ (Mittelbayerische Zeitung) erreicht werden. Natürlich zeichnete auch die Stadt Hirschau selbst den Musikzug für besondere Leistungen im kulturellen Bereich aus. Die Bandbreite der Musik reicht inzwischen von Unterhaltungsmusik bis hin zur konzertanten Blasmusik.

Die Aus- und Weiterbildung wird auch weiterhin großgeschrieben. Es werden Musiker zwischen 8 und 50 Jahren ausgebildet. Diese Ausbildung des Nachwuchses erfolgt überwiegend von internen Orchestermitgliedern, die entsprechende Ausbildungen absolviert haben. Neumitglieder sind immer willkommen. Es werden auch regelmäßig Sichtungen durchgeführt und Interessenten können sich eingehend informieren.

Nationale und internationale Auftritte

Die Auftritte sind mittlerweile nicht mehr regional beschränkt. So gastierte man bereits in Spanien, Tschechien, Frankreich oder Norwegen oder Schottland. Nicht zu vergessen die Teilnahme an der Steben-Parade in New York. Doch auch in Deutschland hat der Musikzug viele Freunde gewonnen. Nicht nur in Bayern, auch in Düsseldorf sind die Hirschauer beim Rosenmontagszug vertreten.

Es gibt zudem fast kaum eine regionale Veranstaltung, bei der der Hirschauer Musikzug nicht vertreten ist. Beispiele hierfür wären neben Feuerwehrfesten und dergleichen, die kirchlichen und auch weltlichen Ereignisse, wie Allerheiligen, die Christmette oder aber das Marktplatzfest zu Ostern.

Auch im Jubiläumsjahr 2012 ist der Terminkalender wieder prall gefüllt. Zahlreiche Auftritte in nah und fern dürfen absolviert werden. Vielleicht kann man sich bei einer Veranstaltung vom Musikzug Hirschau einmal persönlich ein Bild machen.

Ich wünsche gute Unterhaltung.

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