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Kolumne

Das Fichtelgebirge – der Nabel Deutschlands

Von: Holger Schossig

Dass Bayern zahlreiche Gebirge aufzuweisen hat, ist kein Geheimnis. Und selbst wenn das eine oder andere Gebirge namentlich bekannt ist, so bietet es doch so einige Geheimnisse, die nicht mal der Bayer kennt, der Tourist schon gar nicht. Wird von Gebirge in einem Atemzug mit Bayern gesprochen, dann kommen einem zuerst einmal die Alpen in den Sinn. Dann vielleicht noch der Bayerische Wald, bei vielen hört es dann aber schon auf. Doch Bayern hat noch viel mehr Gebirge, wenn auch keine, die an die Höhen der Zugspitze, also die 3.000er heranreichen. Zum Beispiel den Spessart, die Rhön, die Fränkische Alb und auch das Fichtelgebirge.

Das Fichtelgebirge: herrliche Aussichten inklusive – Foto: Adrian Michael

Nehmen wir nun doch mal das Fichtelgebirge her. Der höchste Berg, der Schneeberg, ist mit 1.051 Metern im Verhältnis zu den Alpen relativ niedrig. Auch der Große Arber, der höchste Berg im Bayerischen Wald, übertrumpft den Schneeberg mit über 400 Metern. Skifahren ist im Fichtelgebirge zwar möglich, wenn auch nur selten. Deswegen kommt man aber nicht hierher. Denn das Fichtelgebirge hat so viel mehr zu bieten, als nur Schnee – auch wenn der Hausberg diese Bezeichnung im Namen hat.

Natur von ihrer schönsten Seite

Ein Eldorado für Wanderer – Foto: © agp / PIXELIO

Schon allein die Lage des Fichtelgebirges ist einzigatig. Es liegt zwischen Hof (Norden) in Oberfranken und Weiden (Süden) in der Oberpfalz. Im Westen reicht es fast bis Bayreuth, im Osten bis an die Grenze zu Tschechien. Im Norwesten schließt sich der Frankenwald an, im Südosten der Oberpfälzer Wald und auf tschechischer Seite sind der Kaiserwald und das Erzgebirge nicht weit. Das Fichtelgebirge ist also in guter Gesellschaft.

Nun ist es aufgrund dieser Beschreibung wohl unnötig zu sagen, dass Naturfreunde voll auf ihre Kosten kommen. Weit ab vom Trubel der Großstädte kann man sich hier erholen, man kann wandern, radfahren, klettern, mountainbiken, golfen, langlaufen, schneeschuhwandern und noch vieles mehr. Im Sommer locken Naturbadeseen zum Schwimmen ein, im Winter lohnt ein Besuch in einem Thermalbad.

Langeweile – hier garantiert nicht

Einzigartig schön: das Felsenlabyrinth bei Wunsiedel – Foto: Dickbauch

Auf Wanderungen durch die herrliche Landschaft kann man neben viel Geschichte und zahlreichen Aussichtsmöglichkeiten auch sehr viel von der Kultur der Gegend erfahren. Entdecken Sie die vielen Baudenkmäler, die an die Romantik ebenso erinnern, wie an die Gotik und den Barock. Besuchen Sie Schlösser, Burgen und Burgruinen, die von ruhmreichen Schlachten und vernichtenden Niederlagen, vom früheren Leben in Ritterrüstungen und von schönen Burgfräulein berichten und gruseln Sie sich bei der ein oder anderen Geistergeschichte, die wohl jede Burg zu erzählen weiß. Auch an Kirchen und Museen fehlt es hier nicht.

Besuchen Sie die Luisenburg-Festspiele und das nahegelegene Felsenlabyrinth, entspannen Sie im Moorheilbad Bad Alexandersbad, entdecken Sie die historischen Städte Arzberg, Marktredwitz, Selb und Wunsiedel, erfahren Sie mehr über den Bergbau und den Granit, der eng mit dem Gebiet verbunden ist und lassen Sie sich von der Natur einfangen. Ach ja, und falls Sie sich fragen, warum das Fichtelgebirge der “Nabel Deutschlands” genannt wird: Hier enstpringen vier bedeutende Flüsse, die in alle vier Himmelsrichtungen ihren Weg suchen. Nach Süden die Naab bzw. zwei Quellflüsse der Naab, nach Norden die Saale, nach Osten die Eger und nach Westen der Weiße Main, der Zufluss zum Main.

Ich könnte noch weitaus mehr über das Fichtelgebirge erzählen, doch denke ich, dass ich Sie eines der schönsten Gebiete in Bayern selbst erkunden lassen sollte. Wenn Sie dort waren, berichten Sie davon, es würde mich interessieren, wie es Ihnen gefallen hat.

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