Von: Sebastian Herbst


Noch heute zeichnet sich der Frankenwald durch seine Ortschaften aus, die mit größtenteils mit Schieferdächern gedeckten Häusern Eindruck auf Touristen machen. Zum Teil sind die Häuser sogar komplett mit dem „blauen Gold“ verkleidet – kein Wunder, der Schieferbau war lange Zeit eine der bedeutendsten Wirtschaftsfelder des Frankenwaldes. Neben der Glas- und Porzellanindustrie sowie der Köhler- und Flößerei versteht sich. Vor allen Dingen letztere Sparte machte den Frankenwald international bekannt, als die berühmten Frankenwaldtannen in waghalsigen Unterfangen über Main und Rhein bis nach Amsterdam gebracht wurden. Noch heute wird bei Wallenfels auf der Wilden Rodach die Flößerei betrieben, hier jedoch ausschließlich zu touristischen Zwecken.
Touristisch interessant sind aufgrund ihrer hohen Lage auch Orte wie Schwarzenbach am Wald oder Bad Steben. Aufgrund der klimatisch guten Luft sind sie staatlich anerkannte Luftkurorte und wirken somit auch im gewissen Maß als Touristenmagnet, wobei sie in dieser Rolle einen nicht unerheblichen Teil zur ansonsten eher mäßig laufenden Wirtschaft beitragen.
Für Besucher natürlich mindestens ebenso interessant ist die wunderschöne Landschaft des Frankenwalds, die entscheidend vom Menschen geprägt wurde. Nach umfangreichen Abholzungen der überwiegenden Tannen- und Rotbuchenbestände zu Beginn des 20. Jahrhunderts, versuchte man nämlich, mit schnell wachsenden Fichten das Gebiet wieder aufzuforsten. Dennoch ist gerade das ein Alleinstellungsmerkmal des Frankenwaldes, das nicht zwingend öde und unaufgeregt sein muss. Auch die zahlreichen Berge, darunter insbesondere bekannte Namen wie der Geuserberg, der Wetzstein oder der Bocksberg sowie der höchste Berg des Frankenwaldes mit immerhin fast 795 Metern, der Döbraberg, eignen sich ideal als Ziel einer längeren Wanderung.