Kolumne

Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby für jedermann

Von: Eranie Funderburk

foto-eranie-24Seit 1960 exsistiert die Bayerische Imkervereinigung e.V. Fürth. Mittlerweile betreuen die etwa 2.400 Mitglieder um die 20.000 Bienenvölker. Aufgeteilt ist dieser Verband in 75 Vereinen. Alle ehrenamtlichen Teilnehmer möchten die Bienenzucht in der Region fördern und suchen daher Männer und Frauen, die die Liebe zur Biene und zur Bienenzucht ausleben und erfahren möchten.

Ernten Sie schon bald Ihren eigenen Honig - Foto: © Manfredo / PIXELIO

Ernten Sie schon bald Ihren eigenen Honig – Foto: © Manfredo / PIXELIO

Lieben Sie Bienen? Essen Sie gerne Honig? Vielleicht ist es an der Zeit, Hobby-Imker zu werden. Bei diesem Hobby sollten Sie auf keinen Fall an einer Bienen-Allergie leiden. Am besten Sie klären das vorher bei einem Allergologen ab, damit es später keine bösen Überraschungen gibt. Bienen sind sehr friedlich, solange man sich Ihnen ruhig gegenüber verhält. Wenn Sie die Arbeit in der Natur lieben und ein ausgeglichener Typ sind, dann sollten Sie keine Probleme haben, mehrere Bienenvölker zu hegen und zu pflegen. Sollte doch einmal eines der Tierchen Sie stechen, dann ist hier ein ruhiger und ausgeglichener Charakter sehr wichtig. Die Arbeit als Imker ist kein Kindergeburtstag. Sie müssen bei der Zucht, der Pflege und der Ernte des Honigs viele wichtige Faktoren beachten. Dieses Hobby erfordert viel Handarbeit, denn die Tiere sind sehr empfindlich und man muss seine Zucht stets im Auge behalten. Die einzige maschinelle Hilfe erhalten Sie bei der Honiggewinnung, der Honigverarbeitung und beim Verkauf der süßen Leckerei.

Die Ausbildung zum Imker ist sehr spannend. Sie können Ihre Grundkenntnisse bei Kursen, bei Fachberatern und Fachwarten und bei der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau erlernen und vertiefen. Auch als fertig ausgebildeter Imker sollten Sie regelmäßig an Fortbildungen teilnehmen und Fachbücher zum Thema Imkerei, Bienenzucht und Honigerstellung lesen. Wichtig ist es zudem, einem Bienenschutzverein beizutreten. Hier werden Ihre Interessen als Imker vertreten und Sie haben durch Ihre Mitgliedschaft einen Versicherungsschutz für Ihr Hobby und Ihre Bienen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Imker-Ausbildung beginnen die Meisten mit drei bis vier Bienenvölkern. Diese können Sie von bekannten Imkern der Region erwerben oder Sie schauen sich auf dem jährlichen Bienenmarkt der Bayerischen Imkervereinigung e.V. Fürth um. Auch der Bezirksverband Mittelfranken veranstaltet am 24. und 25. April einen Bienenmarkt. Sie interessieren sich für dieses spannende Hobby, dann schauen Sie doch einmal auf www.bayerische-imker.de und nehmen Sie Kontakt auf. Vielleicht können Sie dann bereits in 2010 Ihren eigenen selbst geernteten Honig am Frühstückstisch genießen.

4 Kommentare zu Die Imkerei ist ein faszinierendes Hobby für jedermann

  1. Das Problem ist die Zeit.
    Bei meinem Opa habe ich als Jugendlicher oft und gern bei den Bienen mitgeholfen. Später hatte ich auch ein paar Völker.
    Nur wenn man zu bestimmten Jahreszeiten beruflich einfach keine Zeit hat, gehts mit der Imkerei nicht.
    Schade für mich – im Rentenalter sicher wieder.

  2. Es ist ein Hype, der momentan um die Imkerei läuft. Jedermann glaubt, sich ein, zwei Bienenvölker in den Garten stellen zu müssen und zum naturnahen Zeitgenossen mutieren zu müssen. Und Imkerei ist ja – angeblich – für jedermann geeignet. Auf den ersten Blick sieht das ja auch so aus. Man kauft sich ein Bienenvolk, vielleicht noch ein Fachbuch dazu und geht zum örtlichen Imkerverein, wo man vielleicht den einen oder anderen Kurs belegt. Und fertig ist der Imker.

    Wie falsch dieses bisherige Konzept der Imkerei ist, haben wir seit dem letzten Spätsommer gesehen. Bundesweit rund 30% Verlust beim drittwichtigsten Nutztier nach Rind und Schwein. Rechnet man pro Bienenvolk etwa 40kg Honigertrag zum ladenüblichen Preis von 5 – 7 EURO/500g regionalen Honigs, dann kann man von einem Schaden von rund 120 Mio. EURO ausgehen. Der Schaden in der Landwirtschaft durch den Ausfall an Bestäubung wird allgemein mit dem sechsfachen beziffert.
    Und warum?
    Weil ein Großteil der deutschen Imker es nach 30 Jahren Varroa immer noch nicht schafft, mit diesem unter Kontrolle zu haltenden Parasiten umzugehen. Und weil es den Imkern überlassen bleibt, diese Parasitose zu behandeln. Da wird munter drauflosexperimentiert, die Palette reicht von funktionierenden und legalen Mitteln bis hin zum Einsatz von pramidal gebauten Metalldächern, um die “kosmische Strahlung” einzusetzen. Schließlich wußten schon die alten Ägypter….
    Im letzten Jahr wurde landauf landab darbr informiert, daß es aufgrund des warmen Frühjahrs ein erhöhtes Varroaaufkommen geben würde. Wer als Imker rechtzeitig reagierte, seine Honigernte machte und die Bienen behandelte, der hat jetzt auch noch Bienen. Wer das nicht tat, der ließ seine Bienen elend an der Varroa verrotten.
    Wir brauchen nicht mehr Imker um jeden Preis, wir brauchen ein vernünftiges Konzept, das erstens eine überprüfbare Qualifikation der Imker scahfft, denn auch der Vverbraucher hat ein Recht darauf, daß er ein sauberes, rückstandsfreies Lebensmittel aus artgerechter Tierhaltung bekommt und wir brauchen Veterinäre, die bei den Imkern genauso hart druchgreifen wie bei anderen Tierhaltern, wenn diese bspw. ihre Hunde, Katzen und Pferde vernachlässigen. Tiere wegnehmen, Bußgelder und Haltungsverbot, zum einen um die Bienen des unfähigen oder unwilligen Bienenhalters zu retten und um die Bienen der Nachbarschaft zu schützen, denn an der Varroa zusammenbrechende Völker verteilen ihre Milbenlast auf andere Bienenvölker in der Nachbarschaft. So werden die benachbarten Imker, vor allem in Gebieten hoher Bienendichte, erneut zur Behandlung gezwungen. Und jede unnötige Behandlung ist Tierquälerei.
    In der Imkerei fehlt etwas dem Jagdschein Vergleichbares, denn wenn wie Untersuchungen der Bieneninstitute ergeben, mehr als ein Viertel der Imker trotz ausreichend zur Verfügung stehender Varroatherapeutika sowohl konventioneller wie auch ökologischer Provenienz immer noch nicht damit zurechtkommen, dann ist wohl was faul im System der Imkerei.
    Und die Imkerverbände wie z.B. der Deutsche Imker Bund, wären gut beraten, ihre sog. Qualitätsmarke “Echter Deutscher Honig” nicht so zu verschleudern, indem Otto Normalimker einmal in seinem Leben ein Honigseminar besuchen muß (ohne Prüfung) und dann lebenslang dieses Qualität suggerierende Siegel nutzen kann. Das, nebenbei bemerkt, nichts über die Tierhaltung aussagt, sondern nur über Fragen der Honigverarbeitung.

  3. Da ist natürlich schon was dran. Gerade die Varroa-Bekämpfung ist ja seit Jahrzehnten ein Thema. Das schlimme ist eben das andere Nachbarimker mit geschädigt werden. Da greift man bei anderen Tierkrankheiten anders durch! Nur deshalb ein Hobby durch verstärkte Auflagen gleich einschränken? Es gibt doch mehr als genug Regelungen in Deutschland.

  4. Ich denke nicht, daß eine Bildungsverpflichtung eine unzumutbare Einschränkung ist. Und im Zweifelsfall würde ich dem Tierschutz einen höheren Stellenwert einräumen als dem Freizeitvergnügen, insbesondere wenn es um eine für die Umwelt so wichtige Tierart geht. Fällt beim Nachbarn die Katze tot um, ist das traurig. Fallen beim Nachbar die Bienenvölker tot um, haben alle Imker im Umfeld von mehreren Kilometern davon.
    Nein, ich sehe einen Imkerschein und verstärkte Kontrollen durch die Lebensmittel- und Veterinärbehörden eher als Verbraucherschutz und Schutz vor Tierquälerei sowie Medikamentenmißbrauch. Und nach über 30 Jahren Imkerei weiß ich leider nur zu gut, wovon ich rede.

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