Kolumne

Die Vergessene Burg im bayerischen Spessart

Von: Eranie Funderburk

Einer der ersten Naturparks in Bayern war der Naturpark Spessart. Der Name stammt von den Worten Specht und Hardt ab. Hardt ist ein anderer Begriff für einen Bergwald. Der Spessart erstreckt sich auf einer Fläche von 2.440 Quadratkilometern. Das Mittelgebirge befindet sich auf dem Gebiet von Hessen und Bayern. Neben vielen Burgen und Burgruinen gibt es im bayerischen Spessart auch die sogenannte Vergessene Burg.

Erbaut wurde sie zwischen dem Schanzenkopf und dem Hahnenkamm, nahe Krebsbach bei Alzenau. Viele Jahre lag die Vergessene Burg im Dornröschenschlaf, da man vor ihrer Entdeckung sich auf die Randenburg konzentriert hatte. Bisher konnten die Archäologen noch nicht herausfinden, welche Funktion die Vergessene Burg innehatte.

Die Historie der Vergessenen Burg

Der Burghügel, auf dem einst die Vergessene Burg stand – Foto: Freak-Line-Community

Beim Besuch der Vergessenen Burg findet man heute nur noch einen Ringwall und die Burgstelle vor. Im Jahre 976 wurde die Burg zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Bei einer Suchgrabung fanden die Archäologen Keramikscherben, die sehr wahrscheinlich aus dem 10. und 14. Jahrhundert stammen. Man vermutet, die Burg wurde während eines Krieges etwa Ende des 15. Jahrhunderts komplett zerstört. Die Vergessene Burg befindet sich auf einem Hügel, etwa 200 Meter südöstlich des Burgstalls Randenburg. Schon lange vor dem Mittelalter nutzen die Menschen einen Ringwall, der sich auf dem Gipfel des Schanzenkopfes befand.Bis heute sind sich die Fachleute allerdings nicht wirklich einige, welche Funktion der Ringwall innehatte.

Es gibt drei Theorien über den Zweck der gesamten Anlage. Zum einen vermutet man, dass es sich bei der Vergessenen Burg um die Burg der Adelsfamilie Schelriß von Wasserlos handelt. Ihre Burg wurde im Jahre 1405 zerstört. Den Befehl dazu gab König Ruprecht, der hier einen Räubersitz vermutete. Eine andere Theorie lautet, dass es sich hier um die Überreste einer hochmittelalterlichen Burg handelt, vielleicht sogar um eine Belagerungsburg. Möglicherweise handelt es sich aber auch um einen Ringwall, der den Zweck als Verteidigungsanlage gegen die Mainebene hatte. Im frühen Mittelalter muss es einen Weg durch das Krebsbachtal gegeben haben. Zum Schutz dieses Weges wurden deshalb die beiden Burgen erbaut.

Die Vergessene Burg und deren Umgebung

Bei einer Wanderung durch das Krebsbachtal ist ein Abstecher zu den wenigen Überresten der Vergessenen Burg empfehlenswert. Um die Burg zu finden, beginnt man am besten die Wanderung von der Stadt Alzenau, im Norden des unterfränkischen Landkreises Aschaffenburg in Richtung Randenburg. Etwa 200 Meter südöstlich des Burgstalls Randenburg liegt der Hügel, auf der sich die Überreste der Vergessenen Burg befinden. Weitere Sehenswürdigkeiten in der Nähe der Anlage sind u. a. das Naturschutzgebiet „Alzenauer Sande“, die Burg Alzenau und das Schloss zu Wasserlos.

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