Kolumne

Computerunterricht in der Grundschule | Sinnvoll oder überfordernd?

Computerunterricht

ComputerunterrichtDer Computer ist aus unserem Leben schon lange nicht mehr wegzudenken. Diese zum Teil sehr unauffälligen Helferlein haben mittlerweile fast alle Bereiche durchdrungen und werden in Zukunft noch mehr Bedeutung gewinnen. Heute lernen unsere Kinder daher schon gleich in der Grundschule den Umgang mit dem PC. Grundlegendes Wissen über die Funktionsweise und die Verwendung von Betriebssystemen wird hier vermittelt. Doch ist dies wirklich sinnvoll, oder werden unsere Kinder damit überfordert?

Computerunterricht in der Grundschule

Eine Überforderung ist in der Regel kaum gegeben. Wenn man bedenkt, dass unsere Kinder jeden Tag mit diesem Medium konfrontiert werden, ist es in keiner Weise falsch, sie auf die Benutzung dieser Systeme vorzubereiten. Natürlich kommt es auf die Geschwindigkeit und die Art an, wie dieses Wissen vermittelt wird. Ein stures Pauken von Fakten wird den wenigsten etwas nützen. Viel wichtiger ist es, die Dynamik einer solchen Maschine zu verstehen und zu Hause ebenfalls den Umgang mit dem Pc zu trainieren.

Heute wird zudem in vielen Schulen der spielerische Umgang mit dem Computer unterrichtet. Speziell dafür entworfene Programme besitzen einen pädagogischen Sinn und bringen den Kindern das Hantieren mit der Maus oder der Tastatur näher.

Später werden oft zusätzlich noch richtige Lernprogramme verwendet, welche Mathematik, Deutsch oder auch Naturwissenschaften wie Physik oder Biologie vermitteln. All dies schon von klein auf zu begreifen, ist der Schlüssel, um in der neuen digitalisierten Welt zu Recht zu kommen. Die ersten Erfahrungen sammeln Kinder heute meist schon im häuslichen Umfeld. Die Vielzahl aller Privathaushalte verfügen über einen PC oder einen Laptop und auch die Anbindung ans Internet ist fast überall gegeben. Es ist nur natürlich, dass der so begonnene Lernprozess, auch in der Schule fortgeführt wird. Doch übersteigt dies die Kenntnisse der Kinder nicht doch in zu einem gewissen Teil?

Nein, denn vielmehr wäre es ein Versagen des Schulsystems, nicht auf diese wirklich wichtige Thematik einzugehen. Die Vergangenheit zeigt es ganz deutlich. Viele aus der Generation der heute über Vierzigjährigen, mussten sich dieses Wissen mühsam selbst erarbeiten. So stellen sich grundlegende Anwendungen für manche schon als sehr schwierig da. Was ist eine grafische Benutzeroberfläche, ein Ram oder eine CPU. Fachbücher konnten diese Wissenslücken nur bedingt schließen, da das in ihnen enthaltene Wissen schon meist veraltet ist, wenn sie auf dem Markt erscheinen. So blieb für viele nur das Selbststudium und das Herumprobieren. Einige dürften sich sehr über den einen oder anderen Rechnerabsturz geärgert haben.

Kein Computerunterricht in der Grundschule

Kein ComputerunterrichtHätte man bereits damals schon in der Schule Computerkurse gehabt, wäre ein mühsames Erarbeiten von Wissen und Hintergründen rund um den Pc der heutigen Generation erspart geblieben. Ein kleines Gedankenspiel kann dies für die Gegenwart verdeutlichen. Stellen wir uns vor ein Kind hätte nie einen Computer gesehen und hätte auch keinerlei Wissen über das Internet, würde nun aber in eine Gesellschaft kommen, in der diese Technologien praktisch den Alltag der Menschen bestimmen.

Sicherlich ist dies der Extremfall, er verdeutlicht aber, wie sehr wir heute von Computern beeinflusst werden. Das erforderliche Wissen müsste man Stück für Stück hart erarbeiten. Würden wir darauf verzichten unseren Kindern bereits in der Grundschule diese Kenntnisse zu vermitteln, hätten wir in den nachfolgenden Genrationen ein enormes Defizit an Fachwissen. Dieser Umstand macht den Unterricht an Grundschulen im Bereich der Computertechnologie und der Grundlagenkenntnisse unentbehrlich.

Wenn wir mal einen Blick zurückwerfen, so sehen wir, dass in allen vorangegangenen Generationen auf eine Weiterbildung im Bereich der immer schneller fortschreitenden Technologie an den Grundschulen verzichtet wurde. Dies führte dazu, dass intensive Weiterbildungsmaßnahmen in den Berufsschulen, in den ausbildenden Betrieben oder auch privat vorgenommen werden mussten. In diesem Bereich bekannt geworden ist z.B. der Fachverlag für Computerwissen (gehört zum VNR Verlag) der sich auf solche Fortbildungen spezialisiert hat. Sicherlich gut, dass es solche Dienstleister gibt, doch durch vorbeugende pädagogische Maßnahmen kann dem nachträglichen Lernen entgegengewirkt werden. Wenn Grundlagenwissen besteht, kann in Zukunft an diesem Punkt wesentlich leichter angesetzt werden. Wichtig ist, dass ein entsprechender Unterricht, von der Grundschule bis hin zu den höheren Klassen, kontinuierlich stattfindet.

Die Kinder sollten nicht unter dem Druck stehen hier gute Leistungen zu erzielen, sondern jeweils, wie in anderen Fächern auch, nach ihren Fähigkeiten gefördert werden. So entwickeln sich genau jene Tendenzen, welche im späteren Leben von Bedeutung sind. Jede andere Vorgehensweise würde zur Überforderung führen. Auch von zu Hause aus kann geholfen werden. Man sollte seinen Kindern einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem PC und dem Medium Internet beibringen.

Heute gestalten viele Grundschüler sogar die Homepage ihrer Schule mit und haben einen großen Spaß daran. Gerade diese Freude am Erschaffen und Lernen trägt dazu bei, dass für später das Interesse an diesem Gebiet wachgehalten wird und sich weiter festigt. Man darf also immer offen für Neues sein, denn eines ist gewiss – die technologische Entwicklung wird nicht stehenbleiben. Unsere Kinder werden es sein, die sich in dieser Welt zurechtfinden müssen. Ihnen in jeder Weise einen guten Start zu bieten, sollte das wichtigste Anliegen jeder Bildungseinrichtung und selbstverständlich auch aller Eltern sein. Das heute Neue wird für unsere Kinder der Alltag sein.

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Artikelbild: ©panthermedia.net Marko Volkmar
Mitte: ©panthermedia.net Verena Böhm-Filieri

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