Kolumne

Theobald Ritter von Fuchs: Der Mann, der Kissingen zum „Bad“ machte

Von: Sebastian Herbst

Den Schrobenhausener Theobald Ritter von Fuchs kann man wohl auch heute noch als das Paradebeispiel für eine gelungene, steile Karriere nehmen. Sicherlich hatte er aufgrund seines Abiturs und des anschließenden Studiums der Rechtswissenschaften in München Möglichkeiten, die so nur den wenigsten Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gegeben waren. Dennoch: Wenn Fuchs nicht tatsächlich besondere Begabungen aufgewiesen hätte, wäre es ihm wohl kaum möglich gewesen, bereits ab 1879, im Alter von gerade einmal 27 Jahren, Bürgermeister zu sein. Zunächst in Forchheim, auf eigenen Antrag aber schon bald in Kissingen, das er innerhalb von nicht einmal vier Monaten Amtszeit zu „Bad Kissingen“ machte.

Theobald Ritter von Fuchs

In seiner Funktion hieß Fuchs nicht nur zahlreiche Monarchen und Diplomaten aus ganz Europa in der Kurstadt willkommen, durch sein Engagement erhielt er auch viele Auszeichnungen und sogar internationale Ehrenorden. Seine höchsten Ehren in Deutschland zum Beispiel waren „Königlich Bayerischer Geheimer Rat“ oder die Erhebung in den bayerischen Adelsstand, die 1910 durch die Verleihung des Ritterkreuzes erfolgte.

So kam Fuchs auch zum Namen „Theobald Ritter von Fuchs“, in welchem Stil zum Beispiel auch eine Bad Kissinger Straße benannt ist, die Theobald-von-Fuchs-Straße. Das Erbe Fuchs‘ ist aber noch allgegenwärtiger: Die Amtskette, die noch heute vom jeweiligen Oberbürgermeister in Bad Kissingen getragen wird, hatte im Jahre 1908 erstmals Theobald Fuchs um, als seine Stadt die Kreisfreiheit erreichte.

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