Kolumne

Fredl Fesl – Die Kunst, einfach nur komisch zu sein

Von: Marlene Soff

Sieht man sich einen Auftritt von Fredl Fesl an, so kommt man zu dem Schluss, dass dieser Mensch eine ganz besondere Gabe hat. Kein anderer kann so selbstverständlich und unbeschwert die bayerische Kultur auf die Schippe nehmen wie er, und kein anderer hat so interessante und lustige Einfälle wie Fredl Fesl. Dabei sahen das die Menschen in seiner Umgebung zu Beginn seines Lebens überhaupt nicht so, denn er wurde stets als Querulant und Unruhestifter bezeichnet.

So kennt man Fredl Fesl: Mit Gitarre und einem verschmitzen Grinsen – Foto: Eduard Sommer, www.fredl-fesl.de

Das war auch der Grund, warum man den im Jahr 1947 geborenen Kabarettisten nicht einmal im Kindergarten haben wollte. Sage und schreibe zwei Tage wurde er dort nämlich nur geduldet, bevor man ihn endgültig nach Hause schickte. Selbiges passierte in der Schule, auch wenn man ihn dort bleiben ließ. Dort entschied man dann aber gemeinsam mit seinen Eltern, dass er wohl in einem Internat besser aufgehoben sei. Nun sei es, wie es ist, die Menschheit heute profitiert in jedem Fall von seinem einzigartigen Charakter, denn ganze Generationen krümmen sich vor Lachen am Boden, wenn Fredl Fesl die Bühne betritt!

Ein Kabarettist von Welt

Auch wenn schon in jungen Jahren zu erkennen war, dass Fredl Fesl wohl nicht die gutbürgerliche Laufbahn vorbestimmt war, bemühte sich der junge Fesl, in gesicherte Fußstapfen zu treten. Aus diesem Grund machte er auch eine, wie heißt es doch so schön, anständige Lehre und konnte sich schon bald als Kunstschmied bezeichnen. Nachdem er den Wehrdienst geschafft hatte, schlug sich Fesl mit Gelegenheitsjobs durch und versuchte sich während dieser Zeit schon auf den ersten Kleinkunstbühnen. Nichtsdestotrotz blieb er seinem Lehrberuf treu und wollte sich auf diesem Gebiet auch selbstständig machen, indem er eine Werkstatt in Freising anmietete. Doch dem Woiperdinger sei Dank, hat Fredl Fesl schon bald erfahren dürfen, was es heißt, von seinem Publikum gemocht und verehrt zu werden.

Fredl Fesl leidet seit 1997 an Parkinson – Foto: Eduard Sommer, www.fredl-fesl.de

Und so kam es, wie es kommen musste, Fesl gab sich ganz und gar der Komik hin und startete auf diesem Gebiet voll durch. Seither hat er die Menschen mit seinem einzigartigen Bühnenprogramm in seinen Bann gezogen und konnte zahlreiche Erfolge als Kabarettist und Komiker verzeichnen. Wer kennt zum Beispiel nicht den weltbekannten „Königsjodler“, das “Lied vom Rausch“, den “Preiss’n Jodler” oder auch das “Schwedenlied“. Und auch wenn er bedingt durch die Krankheit Morbus Parkinson heute nicht mehr auf der Bühne anzutreffen ist, bleibt er seinem Talent treu und denkt sich stets neue Lieder aus. Es darf also weiterhin über die originellen Ideen von Fredl Fesl gelacht werden.

Ein Komiker, der seines Gleichen sucht

Man mag über die Szene der Komiker und Kabarettisten lachen, oder auch nicht. Aber Fredl Fesl bringt mit seinem charmanten und gleichzeitig originellen Wortwitz einfach jeden zum Schmunzeln. Vielleicht ist gerade dieses Talent auch die Ursache für seinen über Jahrzehnte andauernden Erfolg. Er selbst nennt seinen Stil übrigens „bayrische und melankomische Lieder“, was schon beweist, wie herausstechend seine Ideen sind. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen: „Da sprach das Gnu zu dem Uralbär’n, Du bist heut‘ wieder ziemlich albern!“

1 Kommentar zu Fredl Fesl – Die Kunst, einfach nur komisch zu sein

  1. Renate Schmidt // 25. September 2011 um 23:21 //

    Vor vielen Jahren war Fredl Fesl öfter im Fernsehen zu sehen (ich assoziiere ihn mit dem Scheibenwischer und Sendungen, in denen auch die Biermösl Blosn auftraten). Habe mich schon oft gefragt, was aus ihm wohl geworden ist. Sehr traurigc zu lesen, dass er an dieser Krankheit leidet. Aber schön, dass er noch schreibt. Ich wünsche ihm alles Gute und viele lustige Einfälle!

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