Kolumne

Der Gäuboden – die Kornkammer Bayerns

Von: Michael Neißendorfer

Den Geibo’n nennt ma aa de Kornkammer Bayerns, wei’s do so an guadn Bo’n hod, dass oisn wochst wia d’sau! Da bricht doch glatt der Niederbayer aus dem Autoren heraus, sobald es um seine Heimat geht. Der Gäuboden gehört in der Tat mit zu den fruchtbarsten Gebieten, die es in Deutschland gibt. Deswegen wachsen hier die klassischen Getreidearten, Kartoffeln, Mais und die Zuckerrübe besonders gut. Die in der weiten Ebene liegenden endlosen Felder sind bezeichnend für den Gäuboden.

Geographisches und Historisches

Die typische Landschaft des Gäubodens – Foto: Szeder László

Der Gäuboden hat keine fest umrissenen Grenzen. Im Wesentlichen umfasst er das fruchtbare Lößgebiet in Niederbayern zwischen Wörth an der Donau und Künzing. Grundlegend für die Entstehung des Gäubodens war die Hebung der Alpen mit einer im Voralpenland damit einhergehenden Senkung, die sich nordwärts bis zum viel älteren Bayerischen Wald erstreckte. Ein Naturdenkmal alter Erhebungen, die versank, ist zum Beispiel der Natternberg südlich von Deggendorf.

Während der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit, wehten Stürme aus weitgehend vegetationsarmen Landschaften viel kalkhaltigen Staub in den tiefergelegenen Gäuboden, woraus sich dann der bis zu sechs Meter dicke Löss bildete. Seit etwa 5500 v. Chr. ist der Gäuboden besiedelt und landwirtschaftlich genutzt.

Traditionen

Den meisten dürfte der Gäuboden aufgrund des gleichnamigen Volksfestes ein Begriff sein. Jedes Jahr im Sommer strömen täglich über 100.000 Gäste auf – nach dem Oktoberfest in München – Bayerns zweitgrößtes Volksfest. Zum Ausschank kommen traditionelle Brauereien aus der Region, z.B. Karmeliten-Brauerei, Röhrlbräu, Arcobräu, Erl-Bräu und die Irlbacher Brauerei.

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