Kolumne

Bad Berneck – das versteckte Paradies

Von: Sebastian Herbst

foto-sebastian-2Das versteckte Paradies”, so betitelt sich Bad Berneck, mit amtlichen Namen Bad Berneck i.Fichtelgebirge, gerne selbst. Und wie treffend dieser Name doch ist. Denn in der landschaftlichen Vielfalt des Fichtelgebirges, an dessen westlicher Grenze die Stadt aus dem Bayreuther Landkreis liegt, geht ein Ort mit 4.500 Einwohnern schnell einmal unter, eben als wäre er versteckt, da kann er noch so ein wunderbares Paradies sein. Und für den, der auf der Suche nach Erholung, Ruhe und Entspannung ist, der wird sich auch kein besseres Paradies als Bad Berneck vorstellen können.

Malerisch im Fichtelgebirge gelegen: Bad Berneck - Foto: Touristinfo Bad Berneck

Malerisch im Fichtelgebirge gelegen: Bad Berneck – Foto: Touristinfo Bad Berneck

Dies erkannte man bereits 1857 und verlieh der kleinen Stadt den Titel eines Molken- und Luftkurortes, 1930 folgte dann die Erhebung zum Kneippkurort. Genau 20 Jahre später, ab 1950, darf sich der Ort nun auch “Bad Berneck” nennen, denn seitdem ist der oberfränkische Ort offiziell ein Kneippsches Heilbad.

Wie viele andere Orte in Franken, insbesondere im nordöstlichen Oberfranken, merkt man dem Ort jedoch eine etwas angestaubte Kurtradition an. Dies mag vielleicht auch daran liegen, dass sich Bad Berneck nie wirklich an der Größe anderer oberfränkischer Kurbetriebe wie zum Beispiel Bad Staffelstein messen konnte, weil einfach die Ausgangssituation zu schlecht war.

Typisch fränkisch, die Fachwerkhäuser - Foto: Touristinfo Bad Berneck

Typisch fränkisch, die Fachwerkhäuser – Foto: Touristinfo Bad Berneck

Im 15. Jahrhundert wurde die Stadt fast gänzlich durch die Hussitenkriege zerstört, Krankheiten wie die Pest taten den Rest, um den Ort zu richten. 1533 wurden die Bernecker Burgen als Rache für einige Raubzüge in Schutt und Asche gelegt, im 17. Jahrhundert folgten gleich zwei schwere Brände, einmal 1632 und das zweite Mal 1692, wobei bei beiden wiederum der Großteil der Stadt niederbrannte. Solch schwere Schläge beeinflussen natürlich die Entwicklung eines Ortes und könnten hinderlich für den Aufbau einer wirklich florierenden Wirtschaft gewesen sein, auch noch über 300 Jahre später.

Dennoch kann Bad Berneck als Erholungsort überzeugen, ist es ja vielleicht gerade die Kompaktheit der Stadt, die für eine gewisse Heimeligkeit sorgt. Zum Beispiel findet man hier ideal eine Unterkunft während der Richard-Wagner-Festspiele, ist doch Bad Berneck nicht weit von Bayreuth entfernt und kann somit auch, im Gegensatz zur geschäftigen Kreisstadt, als ruhiger Entspannungsraum dienen. Gilt die Stadt doch als Tor zum Fichtelgebirge und verfügt nach wie vor über einen wunderbaren Kurpark inklusive Kolonnaden. Und das merkt man – auch heute noch.

Kommentar hinterlassen