Kolumne

Schloss Grumbach – von viergeteilten Schlossherren und mittelalterlichem Spektakel

Von: Sebastian Herbst

Noch heute ist es das Wahrzeichen von Rimpar, dem Markt im unterfränkischen Landkreis Würzburg: Schloss Grumbach. Der mächtige Bau hat zwar schon über 600 Jahre auf dem Buckel, sieht dieser Tage jedoch noch genauso erhaben aus wie einst. Was wohl nicht zuletzt an der guten Pflege des Schlosses liegt. Vor allem im 16. Jahrhundert wurde das Schloss über die nähere Umgebung hinaus bekannt, als zum Beispiel der Reichsritter Wilhelm von Grumbach sein Hab und Gut gegen die Enteignung durch die Fürstbischöfe verteidigte und deshalb sogar Melchior von Zobel zu Giebelstadt um die Ecke bringen ließ, einen seiner Enteigner.

Schloss Grumbach, das Wahrzeichen von Rimpar – Foto: Reinhard Kirchner, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Dass er dafür später gefoltert, gevierteilt und geköpft wurde, verwandelt die ganze, zunächst etwas kauzig klingende Angelegenheit um Schloss Grumbach, in eine äußerst blutrünstige Geschichte. Und schließlich ging der Bau trotzdem an das Hochstift Würzburg, da der Sohn Wilhelms von Grumbach das Gemäuer nicht mehr halten konnte. Wie so vieles kam das Schloss später durch die Säkularisation, ausgelöst durch Napoleon, nach Bayern, und bis vor 40 Jahren diente es den Forstbeamten, die sich um die umliegenden Wälder kümmerten, als Behausung.

Erst seit 1980 befindet sich Schloss Grumbach wieder in der Hand der Marktgemeinde Rimpar, die sich den mittelalterlichen Bau aber erst einmal zurückkaufen musste. Heute wird es vor allen Dingen als Rathaus und Kulturzentrum der Gemeinde genutzt. Vor allem Anfang August kommen Mittelalterfans bei einem Abstecher nach Schloss Grumbach voll auf ihre Kosten: Dann nämlich findet das Rimparer Schlossfest mit Festzug und mittelalterlichen Mägden, Knechten, Hofdamen und Rittern statt. Nicht verpassen!

1 Kommentar zu Schloss Grumbach – von viergeteilten Schlossherren und mittelalterlichem Spektakel

  1. Thorsten Stiefel // 21. Mai 2011 um 04:44 //

    Wenn man sich das vorstellt, wie das früher war, ist man schon froh, nicht zu dieser Zeit gelebt zu haben. Vierteilen ist nicht gerade angenehm kann ich mir vorstellen. Auf der anderen SEite ist der Mensch heute auch nicht zivilisierter geworden.

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