Kolumne

Die Burgruine Wolfstein in Neumarkt/Opf.

Von: Anja Bergler

Burgruinen und Burgen im Allgemeinen üben von jeher einen gewissen Charme auf ihre Besucher aus. Da macht die Burgruine Wolfstein im oberpfälzischen Neumarkt keine Ausnahme. Diese bildet am Wolfsteinberg, im Zentrum der Fränkischen Alb gelegen, in unmittelbarer Nähe des Neumarkter Talkessels sowie des Stadtkerns, ein recht imposantes Gebilde. Neben dem historischen Hintergrund und der wunderschönen Kulisse, bietet die Ruine noch einen praktischen Nutzen. Seit einigen Jahren ist hier eine Webcam installiert, die dem interessierten Internet-Nutzer einen Blick über die Stadt und das Neumarkter Umland bietet.

Die lange Geschichte der Burg Wolfstein

Die Burg Wolfstein in ihrer ganzen Pracht – Foto: Myratz

Leider lässt sich bis heute der historische Ursprung der Burg nur schwer nachvollziehen. Allerdings ist bekannt, dass das Adelsgeschlecht Wolfstein hier für den Bau verantwortlich gewesen sein soll. Durch Ausgrabungen konnte man das 12. Jahrhundert aber ziemlich genau eingrenzen. In den folgenden Jahrhunderten nahm der Einfluss des Wolfsteiner Adelsgeschlecht immer mehr zu. Unter ihrer Herrschaft stand ein großer Teil des Neumarkter Landes. Mitte des 15. Jahrhunderts verloren die Wolfsteiner allerdings ihre Privilegien und wurden mit der Stadt Neumarkt gleichgestellt, was den Wittelsbachern sehr gefiel, da diese immer wieder erfolglos versuchten, die Burg für sich zu gewinnen. Mit dem Tod von Hans von Wolfstein im Jahr 1462, er hinterließ keine Erben, ging die Burg nach zähem Ringen an den Böhmischen König Otto II. von Neumarkt.

Zerstörung, Wiederaufbau und Verfall

Dieser wiederum verkaufte die Burg Wolfstein an Viztum von Neuschönenberg aus dem Böhmerland. Somit wurde die Burg ein Teil des Neumarkter Pflegeamtes. Auch wenn sie bis ins 16. Jahrhundert keinerlei Bedeutung mehr für Ruhm und Ehre hatte, konnte sie weiterhin vorbildlich verwaltet werden. Im Jahr 1504 wurde die Burg Wolfstein schwer durch den Landshuter Erbfolgekrieg zerstört und die Gemäuer in Mitleidenschaft gezogen, was eine umfassende Renovierung und einen teilweisen Wiederaufbau erforderlich machte. Als im Jahr 1670 abermals Renovierungen durchgeführt werden sollten, sprach man sich dagegen aus. Die Burganlage wurde ihrem Schicksal überlassen und verfiel zunehmend.

Der Verein der Wolfsteinfreunde

Noch immer wird saniert und gesichert – Foto: zister

Es wurde aber ein Verein gegründet, der sich Wolfsteinfreunde nennt und sich seit Mitte der 90er Jahre mit der Renovierung bzw. dem Erhalt befasst und auch schon zahlreiche Ausgrabungen veranlasst hat. Auch der recht heftige Baumbestand und der Wildwuchs wurden mittlerweile professionell entfernt. So konnte das Mauerwerk vor neuerlichen Beschädigungen durch Wasser und Feuchtigkeit geschützt, und weiterer Verfall verhindert werden. Inzwischen ist es auch gelungen, mit vereinten Kräften das Erdgeschoss der Hauptburg freizulegen. Bei diesen Maßnahmen kamen bisher  schon einige wunderschöne Gewölbe zum Vorschein, ebenso ein Brunnen. Auch die Marienkapelle wurde wiederentdeckt. In der Vorburg hausten zur damaligen Zeit zahlreiche Bauern. Dies bestätigen einige Überlieferungen. Auch heute sind in diesem Bereich noch vereinzelte Wohnhäuser vorhanden. Auf die Restaurierung der Mauerreste an der Vorburg wurde allerdings bisher verzichtet.

Besichtigungen und Führungen sind empfehlenswert

Man kann die Burgruine Wolfstein jederzeit besichtigen, da sie das ganze Jahr über für Erkundungen zugänglich ist. Mit viel Glück kann man auch laufende Renovierungsarbeiten oder Ausgrabungsarbeiten verfolgen. Dass man hier Nachsicht bei eventuell auftretenden Einschränkungen üben sollte, versteht sich allerdings von selbst. Wer an Führungen teilnehmen möchte, der hat in den wärmeren Sommermonaten immer sonntags die Gelegenheit dazu. Hier hat man auch die Möglichkeit, den immerhin knapp 22 Meter hohen Bergfried zu besteigen. Bei gutem Wetter ist die Fernsicht unbeschreiblich schön. Ein Besuch lohnt sich daher auf jeden Fall.

Nähere Informationen:

Burgruine Wolfstein

Wolfsteinbergweg

92318 Neumarkt i. d. Oberpfalz

Tel: 09181/255-198

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