Kolumne

Das Neue Schloss in Bayreuth – wunderschön und sehr repräsentativ

Von: Anja Bergler

Neben der Eremitage mit dem Alten Schloss und dem Opernhaus hat Bayreuth bezüglich seiner Sehenswürdigkeiten noch viel mehr zu bieten. Das Neue Schloss wurde im Jahr 1753 errichtet, nachdem das Alte Stadtschloss durch einen Brand zerstört wurde.

Das Neue Schloss in Bayreuth – Foto: D.j.müller

Der französische Baumeister Joseph Saint-Pierre wurde vom Markgrafen Friedrich mit dem Bau beauftragt. Wie auch schon beim Alten Schloss nahm Markgräfin Wilhelmine die Gestaltung des Schlosses selbstständig in die Hand. So entwarf sie unter anderem das Alte Musikzimmer, das mit Bildern von Tänzern, Schauspielern und Sängern ausgestattet wurde.

Auch das Spiegelscherbenkabinett entstammt aus ihrer Ideenvielfalt. Besonders gelungen ist das Palmenzimmer, das mit hochwertigem Nussholzvertäfelungen und Schnitzereien in Form von Palmblättern ausgestattet wurde und eindrucksvoll den Bayreuther Rokoko verkörpert.

Die Räume des Neuen Schlosses als Kulisse für zahlreiche Ausstellungen

Inzwischen werden zahlreiche Räume des Neuen Schlosses als Museum und für Ausstellungen genutzt. So befindet sich im Erdgeschoss des mächtigen Gebäudes im Nordflügel beispielsweise die Sammlung Rummel gezeigt. Hierbei handelt es sich um Stücke der Manufaktur Bayreuther Fayencen, die bereits im Jahr 1716 gegründet wurde.

Neues Schloss vom Hofgarten aus, der Italienische Bau – Foto: D.j.müller

Drei weitere Räume im Südflügel, die ehemals von der markgräflichen Familie als Wohnraum genutzt wurden, werden für eine Ausstellung „Galli Bibiena und das Markgräfliche Opernhaus“ über die bekannte Theaterarchitekten-Famile Galli Bibiena, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese hat mitunter das weltberühmte Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth entworfen.

Einblicke in das Leben der Wilhelmine

Doch dies ist natürlich noch nicht alles. Wer sich für das Leben der Wilhelmine interessiert, der kann sich im Museum „Das Bayreuth der Markgräfin Wilhelmine“ etwas genauer informieren. Hier erhält man einen umfassenden Überblick über ihr Handeln und die Bedeutung ihres Wirkens. Sie hat Bayreuth bis heute eindrucksvoll geprägt.

Natürlich kommen bei einem Besuch des Neuen Schlosses auch Kunstliebhaber auf ihre Kosten. So findet man im gleichen Trakt auch noch Kostbarkeiten der Staatsgalerie unter dem Namen „Malerei des Spätbarock“.

Das Italienische Schlösschen

Noch ein weiteres Bauwerk prägt das Neue Schloss von Bayreuth. Nach dem Tod von Wilhelmine im Jahr 1758 ging der Markgraf bereits ein Jahr später seine zweite Ehe mit der sehr jungen Prinzessin Sophie Caroline von Braunschweig-Wolfenbüttel ein.

Der Hofgarten – Foto: Roehrensee

Sie fand das Neue Schloss wenig ansprechend und nicht mehr zeitgemäß. Daher wurde südlich des Schlosses ein neues Gebäude errichtet – das sogenannte Italienische Schlösschen. Dies wurde einige Jahre mit dem Neuen Schloss verbunden.

Die Räume unterscheiden sich erheblich vom Stil der anderen Räume im Neuen Schloss. Auffällig sind die Wandbespannungen, die zarten Pastelltöne und zahlreiche Verzierungen mit Blumenornamenten an den Wänden und Decken.

Hier endet auch schon der Rundgang durch das Neue Schloss und seine zahlreichen unterschiedlich gestalteten Räumlichkeiten. Man wird bei einem Besuch sicherlich viele Eindrücke von Bayreuth und seiner Geschichte mit nach Hause nehmen.

Hier noch einige Informationen bezüglich der Öffnungszeiten sowie der Eintrittspreise

Man kann diese Sehenswürdigkeiten ganzjährig besuchen. Die Öffnungszeiten sind täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr. In den Wintermonaten (Oktober bis März) ist der Einlass von 10 Uhr bis 16 Uhr möglich. Ruhetag ist hier der Montag. Der Zugang zu den Außenanlagen ist natürlich jederzeit möglich.

Der Eintrittspreis für das Neue Schloss beträgt derzeit 5,50 Euro. Der ermäßigte Eintritt liegt bei 4,50 Euro. Schüler und Studenten erhalten bei Vorlage des Schulausweises gegebenenfalls auch freien Eintritt.

Kommentar hinterlassen