Kolumne

Bilanz des Hochwassers

Schäden im Millionenbereich Schäden im Millionenbereich
Bilanz des Hochwasser

Bilanz des Hochwasser

Bisher waren die Helfer nahezu ununterbrochen in den vergangenen Wochen im Einsatz und erst langsam wird den Betroffenen klar, welche Kosten durch das Hochwasser verursacht wurden.

Experten rechnen hier mit zweistelligen Zahlen im Millionenbereich. Laut Landrat Thomas Karmasin des Landkreises Fürstenfeldbruck wird sich die Gesamthöhe der Schäden im unteren Millionenbereich einpendeln.

Diese Zahl scheint realistisch zu sein, denn die Schätzungen wurden bereits mehrfach nach oben korrigiert aufgrund der hohen Zahl der Feuerwehreinsätze und der Anträge auf
Auszahlung von der versprochenen Soforthilfe. So waren insgesamt mindesten 11.000 Feuerwehreinsätze durch 53 im Landkreis ansässige Feuerwehren notwendig. Es trafen bereits 381 Anträge auf Soforthilfe auf Mittel der Hochwasserhilfe des Freistaates Bayern von 366 Haushalten und 15 Firmen ein.

Inhalte des Artikels
Nicht nur Wohngebiete sind betroffen, auch Äcker wurden vernichtet
Aufräumarbeiten gehen voran
Quellen

Nicht nur Wohngebiete sind betroffen, auch Äcker wurden vernichtet

Als erste Konsequenzen soll der Hochwasserschutz verbessert werden. Auch das Baugenehmigungsverfahren soll in den Hochwasser gefährdeten Gebieten restriktiver werden, um zukünftige Schäden zu begrenzen.

Schäden im Millionenbereich

Schäden im Millionenbereich

Anders als beim Pfingsthochwasser 1999 waren nicht über die Ufer getretene Flüsse und Bäche die Verursacher des Problems, sondern Starkregen, der in der Region niederging und das Grundwasser ansteigen ließ. Dabei fiel an drei Tagen mehr Regen als in einem Monat. Doch weder die Kommunen noch der Staat sind zum Schutz der Anwohner vor hohen Grundwasserständen verpflichtet. Hausbesitzer müssen hier selber vorsorgen und Abhilfe schaffen. Dafür müssen zwangsweise Neubauten auf einem Sockel stehen. Und genau das war aus optischen Gründen in den vergangenen Jahren nicht erlaubt.

Die Kreisvorsitzenden der Grünen, Jan Halbauer und Ingrid Jaschke, gehen noch weiter, denn sie halten die Folgen des starken Regens für hausgemacht. Durch eine Renaturierung von Bächen und der Schaffung weiteren Retentionsräumen sowie das Verhindern der weiteren Flächenversiegelung können solche drastische Schäden vermieden werden.

In gefährdeten Bereichen müssten auch Neubauten mit entsprechenden Schutzmaßnahmen erbaut werden. Diese Schutzmaßnahmen sind erhöhte Sockel und grundwasserdichte Wannen.

Aufräumarbeiten gehen voran

Mitte Juni konnten die ersten Feuerwehren mit den Aufräumarbeiten beginnen. Allerdings war dies nur möglich, weil die erschöpften Helfer ersetzt wurden und Hilfe aus den westlichen Landkreisen erhielten. Ebenso wurde eine wichtige Unterstützung durch die Nachbarlandkreise Starnberg und Landsberg geleistet. Feuerwehren wie die aus Eichenau haben bis am Ende ihrer Kräfte den Einsatzmarathon durchgestanden.

Viele Betroffene bemängeln die Leistung der Feuerwehr. Sie hätten ihrer Ansicht nach nicht genügend geholfen und nur Feuerwehr gespielt. Obwohl die Feuerwehr eigentlich nicht dafür verantwortlich und verpflichtet ist, haben sie den Anwohnern dabei geholfen, ihre Keller leer zu pumpen. Viele Kommunen verzichten darauf, den Hausbesitzern für das Leerpumpen eine Rechnung zu stellen. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 300 bis 400 Euro für ein Gruppenfahrzeug, vier bis fünf Helfer und dem entsprechenden Gerät. Ärgerlich ist auch, dass von der Feuerwehr entliehenes Material nicht zurückgebracht wird und die Feuerwehr es einsammeln muss.

So kaufte die Olchinger Feuerwehr noch während der Einsätze 20 Pumpensets und 800 Meter Schläuche. Auch die Eichenauer Feuerwehr rüstete auf und verfügt inzwischen über 50 Leihpumpen. Jedoch kann auch die Feuerwehr keine Maßnahmen nennen, um solche Überflutungen in Zukunft verhindern zu können und verweist an das Wasserwirtschaftsamt. Diese ist aber nur für den Hochwasserschutz der Amper zuständig. Daher müssen spätestens bis zum Jahresende konkrete Vorschläge vorliegen, wie in Zukunft das Hochwasserrisiko gemindert werden kann.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/bilanz-des-hochwassers-schaeden-in-millionenhoehe-1.1697424

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Joachim Opelka
Artikelbild Mitte: ©panthermedia.net Martina Berg

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