Kolumne

Ausbau Handynetze in Bayern

Netzausbau in Bayern Netzausbau in Bayern
Netzausbau in Bayern

Netzausbau in Bayern

Die vier großen deutschen Mobilfunkbetreiber haben ihre Netze in den letzten Jahren erheblich ausgebaut. Schon seit jeher galten Qualitätsunterschiede in den E- und D-Netzen als völlig selbstverständlich.

Defizite in puncto Sprach- und Empfangsqualität beim Telefonieren wurden hingenommen, weil auch die monatlichen Gebühren der E-Netz-Betreiber deutlich preiswerter waren.

Ohne die großen, schon damals gut ausgebauten D-Netze, hätte sich die O2 Telefonica, die zum damaligen Zeitpunkt noch unter dem Namen Via Interkom bekannt war, wohl auch nicht zu einem der heute größten Mobilfunkanbieter neben der Telekom und Vodafone entwickelt. Um eine flächendeckende Netzabdeckung gewährleisten zu können, nutzte Viag Interkom jahrelang die Netzstruktur der Deutschen Telekom. Erst zu einem späteren Zeitpunkt mit der Übernahme durch die spanische Telefonica koppelte sich O2 ab und baute die eigenen Netzstrukturen weiter aus.

Aber auch heute noch sind in Bayern Unterschiede in der Empfangsqualität der unterschiedlichen Netzbetreiber auszumachen. Dies liegt vor allem ländlichen Strukturen des Bundeslandes begründet. Während das Umland der großen Städte, allen voran der Landeshauptstadt München, mit besten Empfangswerten aufwartet, sind die ländlichen Regionen auch im Jahre 2013 noch immer nicht gleichmäßig durch die Mobilfunknetze abgedeckt.

Inhalte des Artikels
GSM-Abdeckung der D-Netze in Bayern
GSM-Netzabdeckung der E-Netze in Bayern
E- und D-Netze oft noch nicht zufriedenstellend

GSM-Abdeckung der D-Netze in Bayern

Während in den Ballungszentren kaum ein Unterschied bei den verschiedenen Netzbetreibern festzustellen ist, sieht das in den ländlichen Regionen schon wieder ein wenig anders aus. Tendenziell lässt sich festhalten, dass die D-Netze in der großen Gesamtheit der durchschnittlich abgedeckten Fläche oft klar die Nase vorne haben. Es gibt aber durchaus auch bestimmte Regionen, in denen die Kunden der E-Netze einen klaren Vorteil in puncto Empfangsqualität und Verfügbarkeit des mobilen Internets haben.

Zunächst einmal muss zwischen zwei Technologien unterschieden werden: Im Folgenden wollen wir uns auf die Abdeckung des GSM-Netzes und des UMTS- Netzes beschränken. Obgleich der neue LTE-Standard die UMTS Technolgie in Zukunft ersetzen bzw. ergänzen wird, steckt dieser Netzausbau noch immer in den Kinderschuhen, sodass noch keine allgemeingültigen Aussagen bezogen auf das Bundesland Bayern getroffen bzw. allgemeine Empfehlungen ausgesprochen werden können.

Das GSM-Netz, das für den allgemeinen gehobenen mobilen internationalen Telefonstandard verantwortlich ist, ist so wie in der restlichen Bundesrepublik auch im Freistaat Bayern hervorragend ausgebildet. Das GSM-Netz der D-Netze deckt ca. 98 Prozent der Landesfläche ab. Innerhalb der Flächen mit bester Netzabdeckung ist ein schneller Rufaufbau von unter 5 Sekunden, rauschfreies Telefonieren mit bester Sprachqualität möglich und auch das mobile Internet in Form einer 2G Verbindung nutzbar. Vor allem in Bayern wurde in den letzten 10 Jahren massiv in den Ausbau der Netze investiert. Das war auch nötig, weil hier aufgrund extremerer Höhenunterschiede bedingt durch das Alpenvorland die Netzqualität noch in höherem Maße schwankend war, als das in anderen Bundesländern der Fall gewesen ist.

Ich, wir, ihr im Netz – Wertebündnis Bayern

GSM-Netzabdeckung der E-Netze in Bayern

Die E-Netze haben in den Netzausbau ebenfalls kräftig investiert. Unterschieden wird hier vor allem in der Empfangsqualität innerhalb und außerhalb von Gebäuden.

Schaut man sich die Netzabdeckung der Mobilfunkbetreiber O2 und BASE genauer an, so ist festzustellen, dass in vielen ländlichen Regionen des Landes Bayern der Empfang innerhalb von Gebäuden nicht zufriedenstellend ist. Auch wenn der Empfang in abgeschlossenen Bauwerken meist nur an der Netzanzeige zu bemerken ist, kann es vielerorts in ländlichen Bezirken trotzdem noch zu Funklöchern kommen.

Vor allem in sich bewegenden Verkehrsmitteln können diese Qualitätsunterschiede in der Netzabdeckung anhand der schwankenden Netzempfangsanzeige des Mobiltelefons noch genau nachvollzogen werden. Um auch hier eine Zahl zu nennen, wird zurzeit die Zahl von 75-78 % im Bezug auf qualitative Netzabdeckung als realistisch gehandelt. Wer einen neuen Mobilfunkvertrag abschließen möchte, sollte sich zunächst über die Netzdeckung genau informieren. Die Berater der Mobilfunkshops können die Empfangsqualität des Hauptaufenthaltsortes des Kunden bis auf wenige Meter genau überprüfen. Dieses Vorgehen im Vorfeld einer Vertragsabschließung schützt vor späteren bösen Überraschungen.

E- und D-Netze oft noch nicht zufriedenstellend

Handynetzausbau

Handynetzausbau

Obwohl das UMTS-Netz vielerorts in Bayern noch nicht richtig ausgebaut ist, ist schon der Nachfolger, die LTE-Technologie im Kommen. Anders als beim GSM-Netz ist die UMTS-Netzabdeckung deutlich schlechter. Vor allem in kleinen Dörfern und auch in Kleinstädten ist das UMTS-Netz der E-Netze zum Teil noch gar nicht vorhanden.

Besonders im Bezug auf den Abschluss einer mobilen Internetflatrate mit Inklusiv-Volumen ist es zwingend erforderlich, die UMTS-Netzabdeckung der individuellen Hauptaufenthaltsorte des Kunden zuvor zu überprüfen. Zu viele Kunden zahlen noch immer zu hohe Gebühren für große Datenvolumina, obwohl sie die 3G-Technologie nur sehr selten in Anspruch nehmen können. Die UMTS-Technologie ist im Vergleich zum GSM-Netz deutlich anfälliger für Wetterphänomene. Temporäre Störungen können häufiger auftreten, werden aber in der Regel immer schnell wieder behoben.

Inwiefern die Entwicklung des UMTS-Netzes weiter vorangetrieben wird oder aber ab einem bestimmten Zeitpunkt durch das aufstrebende LTE-Netz ersetzt werden könnte, ist zu diesem Zeitpunkt noch Spekulation.

Artikelbild Oben: ©panthermedia.net Christian-Philipp Worring
Artikelbild Mitte: ©panthermedia.net Reinhard Fürstberger

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