Kolumne

Marktzeuln – Oberfrankens schönste Marktzeile

Von: Sebastian Herbst

An Marktzeuln, einen mit gut 1.600 Einwohnern sehr überschaubaren Marktflecken in Oberfranken, fallen einen vor allem die vielen Fachwerkhäuser auf, die insbesondere den Kern des Ortes prägen. Hier trifft man das fränkische Fachwerk in wunderbarer Ausarbeitung und vielfältigen Variationen an, sodass sich der Kenner kaum satt sehen kann. Hier gibt es zwar kein Museum, aber das braucht es auch nicht – ein Rundgang durch die historischen Gassen reicht, um das Verlangen des Geschichteliebhabers zu stillen.

Fachwerk, wohin man schaut. Hier das Torhaus – Foto: Störfix

Eingebettet am Ufer der Rodach, zwischen Kulbitzberg und Spitzberg, ist Marktzeuln immer noch Ausgangspunkt für den monatlich stattfindenden „Pullovermarkt“, wie ihn die Ortsansässigen aufgrund des dominierenden Angebots an Bekleidung auch gerne einmal nennen, und hier ist es auch wenig verwunderlich, Personen aus dem gesamten Landkreis Lichtenfels zu Gesicht zu bekommt.

Der Zeulner Markt hat im Übrigen schon eine sehr lange Tradition, so soll allein schon der Name „Marktzeuln“ wahrscheinlich auf Markt Zeile zurückgehen und beschriebt damit ganz einfach, was Marktzeuln eben auch ist. Der schöne, oberfränkische Ort wurde im Jahr 1070 unter dem Namen Cylen erstmals urkundlich erwähnt, obwohl zweifelsohne feststeht, dass hier schon deutlich länger eine Siedlung bestehen muss.

Mit dem Zeulner Freischießen hat man zudem noch ein weiteres Event zu bieten, ein Schützenfest, das – neben dem Lichtenfelser Schützenfest versteht sich – zu einem der bestbesuchten im Landkreis gezählt werden darf. Dies mag vor allen Dingen an dem idyllischen Festplatz liegen, der malerisch von der Rodach umflossen und von vielen alten Kastanien an sonnigen Tagen mit Schatten versorgt wird.

Wie alle anderen Feste in Marktzeuln findet auch das Freischießen ohne Festzelt statt, frei nach dem Motto, „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Wer sich also entschließt, wenn er denn zum Beispiel schon einmal in der Gegend ist, eines der Feste aufzusuchen, dann sollte er im Zweifel auf jeden Fall eine Jacke mitnehmen, denn die Frage nach einem Zelt wird hier allenfalls für Unverständnis und vielleicht ein wenig Gelächter sorgen.

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