Kolumne

Leonhart Fuchs – Ihm verdankt die Fuchsie ihren Namen

Von: Karola Schmitt

Der am 17.01.1501 im schwäbischen Wemding geborene Leonhart Fuchs eignete sich schon früh die klassischen Sprachen an, was ihm bei seinen weiteren Studien in Medizin und Botanik überaus nützlich war. Seine Promotion „Doctor medicinae“ erfolgte in Ingolstadt. Tätigkeiten als Arzt in München und als Leibarzt des Markgrafen in Ansbach folgten. Später lehrte er als Professor an der Universität in Tübingen Medizin. Botanischen Exkursionen widmete er sich nebenbei, so wie seinem Arzneipflanzengarten, einer der ersten der Geschichte überhaupt.

Das Kräuterbuch

Leonhart Fuchs

Heute wird Leonhart Fuchs vor allem mit Heilkräutern in Verbindung gebracht. „De Historia Stirpium“ heißt sein Werk, das er zur Lehrillustration schuf und das 400 Pflanzen aus Europa und 100 Exoten beinhaltet. Zur Artbestimmung bestückte er seine Ausführungen mit Abbildungen der jeweiligen Spezies, die Zeichner für ihn anfertigten. Das im Jahre 1542 erschienene Kräuterbuch mit den farbigen Holzschnitten war in lateinischer Sprache verfasst. Später erschien auch noch eine deutsche Ausgabe, die den Titel „New Kreüterbuch“ trug, allerdings ohne Skizzen. Das Manuskript ist heute noch erhalten und befindet sich in der „Österreichischen Nationalbibliothek“. Die Kräuterbuch-Tafeln sind allerdings zum größten Teil abhanden gekommen.

Namensgeber der Fuchsie

Die bei uns als Zierpflanze für Balkon und Terrasse beliebte „Fuchsie“ erhielt nach Leonhart Fuchs ihren Namen. Allerdings hat er dieses Nachtkerzengewächs niemals persönlich gesehen, denn in Europa kennt man diese Pflanzengattung erst seit Anfang des 18. Jahrhunderts. Mit der Bezeichnung wollte man Leonart Fuchs für seine botanischen Leistungen Ehre erweisen.

Kräutergarten in Ansbach

Fuchs war Namensgeber der Fuchsie – Foto: Karola Schmitt

Der 500. Geburtstag im Jahre 2001 war Anlass genug, im Hofgarten der Residenz in Ansbach einen Kräutergarten anzulegen, der Leonhart Fuchs gewidmet ist. Gedenktafeln und jede Menge Fuchsien erinnern an den großartigen Mediziner und Botaniker. Die einzelnen Kräuterpflanzen sind übersichtlich angeordnet und mit Namensschildern versehen. Auf ihnen steht auch gleich der jeweilige Einsatzzweck des Krautes vermerkt. Wussten Sie eigentlich, dass der Dachhauswurz „mit Wein eingenommen, die runden langen Würm austreibt“? Doch nicht nur die typischen Gesundheitsbeschwerden sind laut Fuchs mit Pflanzen zu beheben. Der Botaniker befasste sich auch mit Aphrodisiaka, so soll Spargel „die Lust zu den Weibern mehren“. Ein Besuch des Ansbacher Kräutergartens lohnt sich also durchaus!

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