Kolumne

Henry Kissinger – Ein Politiker, wie er im Buche steht

Von: Marlene Soff

Den Namen Henry Kissinger hat man vermutlich schon mal gehört. Doch viele wissen vielleicht nicht, was Henry Kissinger eigentlich bewirkt hat, wodurch er sich einen so bekannten Namen gemacht hat und vor allem, was er mit Bayern zu tun hat. Die Wurzeln des bekannten Politikers finden sich in Fürth, wo er als Heinz Alfred Kissinger im Jahr 1923 geboren wurde. Dort verbrachte der charismatische Kissinger auch seine gesamte Kindheit, wanderte dann aber im Zuge des Zweiten Weltkrieges mit seiner Familie im Jahr 1938 nach Amerika aus. Dies sollte sich für die Familie mit jüdischem Glauben später als großes Glück herausstellen, da in den folgenden Jahren 13 weitere Verwandte der Familie dem Nationalsozialismus zum Opfer fielen.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Der Fürther Henry Kissinger, von 1973 bis 1977 US-Außenminister

Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges blieb Henry in den USA und ging in Washington auf die Schule. Am 19. Juni 1943 bekam Kissinger die amerikanische Staatsbürgerschaft, was ihn jedoch nicht davor bewahrte, zum Militärdienst eingezogen zu werden. Da diese Aufforderung noch vor der Verleihung der Staatsbürgerschaft kam, musste er wieder nach Deutschland zurück. Bis zum Kriegsende arbeitete er dort als militärischer Übersetzer, und nach Kriegsende noch ein Jahr in der amerikanischen Besatzungszone.

Wieder ein Jahr später ging Kissinger zurück in die USA und begann dort mit seinem Studium am Harvard College. Nachdem er auf wissenschaftlicher Ebene zahlreiche Erfolge über die weiteren Jahre erreicht hatte und zu den hochrangigen Verantwortlichen der Harvard-Universität gehörte, widmete sich Kissinger der Politik. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich bereits einen festen Namen gemacht und das nicht zuletzt dank seiner bekannten Promotionsschrift.

Henry Kissinger im Jahr 2008 – Foto: World Economic Forum

Seinen Einstand in der Politik hatte Henry Kissinger schließlich im Jahr 1957 als Berater für den damaligen Gouverneur von New York, Nelson A. Rockefeller. Da Kissinger zum Lager der Republikaner gehörte, hatte er seinen wirklich großen politischen Durchbruch erst im Jahr 1968, als Richard Nixon zum Präsidenten gewählt wurde. Ab diesem Zeitpunkt war Henry Kissinger offizieller Berater für die Außen- und Sicherheitspolitik. Über die folgenden Jahre stand Kissinger des Öfteren im Interesse der Öffentlichkeit, da er im Zuge des verheerenden Vietnamkrieges immer wieder geheime Reisen nach China unternahm. Dies geschah im Bemühen, Frieden über die USA und China zu bringen.

Ab 1973 wurde er dann als Nachfolger von William P. Rogers für vier Jahre Außenminister der USA und arbeitete in dieser Zeit sehr eng mit der deutschen Bundesregierung zusammen. Schon in seinem Antrittsjahr handelte Kissinger das Ende des Jom-Kippur-Krieges aus. Noch im selben Jahr erhielt er den Friedensnobelpreis.

Ein Politiker für das Volk

Henry Kissinger im Gespräch mit Mao Zedong in China

Ob man nun die politischen und wissenschaftlichen Unternehmungen von Henry Kissinger gutheißt oder auch nicht, eines muss man ihm auf jeden Fall lassen, er war ein Politiker, der ständig in den Medien vertreten war. Zwar waren die Gründe nicht immer politisch, da Kissinger auch ein sehr ausschweifendes und spannendes Privatleben führte, doch aus heutiger Sicht könnte man meinen, er war ein Revolutionär, den keiner erkannte. Doch darüber wird wohl noch in hundert Jahren diskutiert!

Henry Kissinger ist bekennender Fan der Spielvereinigung Greuther Fürth und besucht noch immer in unregelmäßigen Abständen seine Heimatstadt. Einst sagte er, dass er sich eine Dauerkarte kaufen wolle, wenn die Spielvereinigung eines Tages in die 1. Bundesliga aufsteigen sollte.

1 Kommentar zu Henry Kissinger – Ein Politiker, wie er im Buche steht

  1. Den Mann seh ich kritisch, auch wenn er immer hochgelobt wird.

    Das Interview, in dem er die Ermordung von Millionen Menschen gutgeheißen hat, ist ja fast schon legendär.
    Tom Lehrer, ein bekannter amerikanischer Liedermacher, hat daraufhin seine Tätigkeit aufgegeben mit der Begründung: “Seit Kissinger den Friedensnobelpreis bekommen hat, ist politisches Kabarett obsolet geworden”!

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