Kolumne

Dreiburgensee – Drei Burgen im See, oder wie?

Von: Tanja Ranzinger

Der Name ist abenteuerlich, aber nicht allzu weit hergeholt. Denn der Dreiburgensee liegt zu Füßen von drei Burgen bzw. Schlössern. Im Bayrischen Wald, unweit des Marktes Tittling, liegen die Englburg, das Schloss Fürstenstein und die Saldenburg. Früher hieß der See einmal Rothauer See oder zeitweilig auch Rothaumühlweiher,benannt nach der dörflichen Ansiedlung um den See.

Die Burg Saldenburg – Foto: Konrad Lackerbeck

Die erste Burg, welche am Dreiburgensee ansässig ist, ist die im 14. Jahrhundert von einem Ritter erbaute Saldenburg. Wie für viele Burgen üblich, erlebte sie zahlreiche Besitzerwechsel und wurde sogar einmal in Brand gesetzt. Heute gehört die Saldenburg dem Bayrischen Staat. An einem Sonntag in der Vorweihnachtszeit findet dort ein großer, bekannter Adventsmarkt statt. Ansonsten wird die Saldenburg ausschließlich als Jugendherberge genutzt. Man kann sie deshalb auch nicht als Sehenswürdigkeit besichtigen, nur eben im Rahmen der Herbergsnutzung. Im Übrigen wird sie im Volksmund auch Waldlaterne genannt. Das wird deutlich, wenn man den mächtigen Bergfried eingebettet in die bergige und mit viel Wald durchzogene Landschaft sieht. Auch wenn man sie nur von außen ansehen kann, einen Besuch ist sie allemal wert.

Die Englburg – Foto: Konrad Lackerbeck

Die Englburg, welche 1396 erbaut wurde, hatte über die Jahrhunderte ebenfalls viele Besitzer. Sie wurde desöfteren um- und angebaut, zeitweilig war auch einmal eine Brauerei in der Burg ansässig. 1929 wurde sie an die „Englischen Fräulein“ verkauft, die ein Erholungsheim einrichteten. Leider konnte das Heim wegen der schwierigen Personalsituation von den Schwestern nicht weiter betrieben werden. Heute ist die Englburg in Privatbesitz. Rund um die Burg gibt es zahlreiche tolle Wanderwege, welche dazu einladen, das Dreiburgenland zu erkunden.

Schloss Fürstenstein – Foto: Konrad Lackerbeck

Das Schloss Fürstenstein wurde urkundlich 1366 das erste mal erwähnt. Leider ist nicht bekannt, wann es erbaut wurde. 1744 als die Panduren die Englburg und die Saldenburg verwüsteten, fiel ihnen auch das Schloss Fürstenstein zum Opfer. Nach und nach wieder aufgebaut, wurde es als Erziehungsheim für verwahrloste Knaben genutzt. Ab 1893 wurde daraus dann ein Internat mit Knabenvolksschule mit bis zu 200 Schülern. Die private Heimvolksschule wurde bis 2001 von den Maria-Ward Schwestern geleitet.

Heute, nachdem die Schwestern auch dieses Haus aufgeben mussten und es an die in Spanien lebende Annette Pinker verkauft wurde, befindet sich in dem Gebäudekomplex, der eine großartige Aussicht auf das Umland gestattet, ein Kultur,- Bildungs -und Gastronomieprojekt, das teilweise der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Alle drei Burgen sind also unbedingt mal einen Besuch wert, auch wenn man sie teilweise nur von außen ansehen kann, aber der Blick über die schöne Landschaft entschädigt dann dafür.

Der Dreiburgensee: idyllischer geht´s kaum – Foto: Konrad Lackerbeck

Der Dreiburgensee lädt im Sommer die umliegende Bevölkerung ein, dort zu verweilen. Da er nicht besonders tief ist, wärmt er sich relativ schnell auf. Somit zählt er zu den wärmeren Badeseen in der Umgebung. Durch den hohen Baumbestand um den See herum, findet man überall schattige Plätzchen, um sich dort erholen zu können. Wer Lust hat, kann sich sogar ein Tretboot ausleihen und über den See strampeln.

1 Kommentar zu Dreiburgensee – Drei Burgen im See, oder wie?

  1. Thorsten Stiefel // 9. Februar 2011 um 00:29 //

    Ich selbst bin großer Burgen-Fan und freue mich immer, wenn ich mir Burgen anschauen kann. Leider kann man ja nun nicht alle besichtigten, aber auch schon von außen sind viele sehr imposant. Am allerbesten aber gefallen mir die Ruinen, vor allem die, die frei zugänglich sind. Wenn man dann noch die Geschichte zum jeweiligen Bauwerk kennt, kann man sich so richtig in die Zeit hineinversetzen, und ich finde auch immer wieder tolle Motive. Wer noch kein Burgen-Fan ist, einfach mal ausprobieren! 😉

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