Kolumne

Von der Nordsee bis zum Schwarzen Meer

Main-Donau-Kanal Main-Donau-Kanal
Main-Donau-Kanal

Main-Donau-Kanal

Es ist ein bisschen ungerecht. Mit dem Main-Donau-Kanal ist ein Jahrtausende alter Traum wahr geworden. Schiffe können heute vom Schwarzen Meer bis zur Nordsee fahren. Und zwar auch solche respektabler Größe.

Und trotzdem gilt die Faszination meist dem Vorgängerbauwerk – dem Ludwig-Donau-Main-Kanal. Zugegeben, letzterer stellte auch schon eine Verbindung zwischen Nordsee und Schwarzem Meer dar, er erlangte aber kaum Bedeutung.

Und das, obwohl Ludwig I. ihm den Vorrang vor dem Ausbau der Eisenbahn gab, weshalb Deutschlands erste Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth fast ausschließlich privat finanziert wurde. Schon Ende des 19. Jahrhunderts war die Idee aufgekommen, einen neuen, größeren Kanal statt des damals gerade mal rund 50 Jahre alten Ludwigskanals zu bauen. Doch die Staatsregierung hatte kein Interesse an Konkurrenz für ihren ohnehin defizitären Kanal. Erst 1921 verpflichtet sich Bayern in einem Staatsvertrag mit dem Reich zum Ausbau der Wasserstraße. Noch im gleichen Jahr wurde die Rhein-Main-Donau AG (RMD AG) gegründet. Unter an

Als gemeinsames Unternehmen wurde am 31. Dezember 1921 die „Rhein-Main-Donau-Aktiengesellschaft“ (RMD AG) mit Sitz in München gegründet. Anteilseigner waren das Reich und der Freistaat Bayern, heute ist das Unternehmen privatisiert. Der „Rhein-Main-Donau-Aktiengesellschaft“ wurde im Main-Donau-Staatsvertrag die Nutzung der Wasserkraft zur Energieerzeugung mit einer Konzessionslaufzeit bis ins Jahr 2050 zugesichert.

Rhein-Main-Donau-Kanal im Kabarett

Zu den Aufgaben der RMD AG gehörte nicht nur der Bau eines Kanals, sondern auch der Ausbau von Main und Donau. Schon zuvor war der Main bis Aschaffenburg kanalisiert worden, das neue Unternehmen übernahm diese Aufgabe nun für den bayerischen Teil des Flusses.

Von Beginn an war das Projekt umstritten. Man befürchtete, dass bei einer Anbindung an die in den Ostblock hineinreichende Donau Schiffe aus dem Einflussbereich der Sowjetunion bis in die Nordsee fahren und den einheimischen Gesellschaften Konkurrenz machen könnten.

Später war es der Umweltschutz, der zu heftigen Diskussionen führte. Der Bund Naturschutz beklagt heute einen deutliche Rückgang der Artenvielfalt im Bereich des Kanals. Während im Süden auch viel Geld in Renaturierung gesteckt wurde, sieht das künstliche Gewässer vor allem im Nordteil bis heute eher wie eine Wasserautobahn denn wie ein romantischer Fluss aus. 1979 kam es zur Katastrophe, als im Nürnberger Stadtteil Katzwang der Damm brach und das Wasser zahlreiche Häuser zerstörte und ein zwölfjähriges Mädchen tötete.

Weitergebaut wurde trotzdem und das Projekt auch 1992 fertig gestellt. So kommt es, dass Nürnberg heute den fünftgrößten bayerischen Hafen beherbergt, obwohl die Stadt an gar keinem großen Fluss liegt, sondern nur am Flüsschen Pegnitz.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar. Ich kann keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben übernehmen. Diese Schilderungen sind reine Erfahrungswerte und beruhen auf meinen persönlichen Erlebnissen und Einschätzungen. Dieser Artikel stellt nur meine eigene Meinung dar!

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Artikelbild: ©panthermedia.net Stephan Springer

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