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Kolumne

Nürnberg – historisch, modern und liebenswert

Von: Holger Schossig

Nürnberg hat mehrere Namen: Noris, Frankenmetropole oder einfach nur Nämberch, wie die Einwohner ihre Stadt liebevoll nennen. Als Sie das erste Mal urkundlich erwähnt wurde, was auf das Jahr 1050 datiert ist, hieß sie allerdings noch Nuorenberc. Naja, so unähnlich war das ja nicht. Die tatsächliche Gründung kann nicht mehr genau beziffert werden, dürfte aber zwischen 1000 und 1040 liegen. Gezählt wird aber ab 1050, wonach Nürnberg im Jahr 2050, also in 40 Jahren das 1.000-Jährige feiert.

Nürnberg im Laufe der Zeit

Das Wahrzeichen Nürnbergs: Die Burg – Foto: ArtMechanic

Wer nach Nürnberg kommt, der begiebt sich zuerst mit Sicherheit in die Altstadt. Dort sind die meisten historischen Gebäude zu sehen. Überragt wird die Stadt von der Nürnberger Burg, dem Wahrzeichen, das vermutlich ein ähnliches Alter aufweist, wie Nürnberg selbst. Genau kann das nicht mehr beziffert werden. Das erste Mal urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 1105. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage Nürnbergs und der vorhandenen Burganlage, wurde die Stadt gerne von zahlreichen deutschen Kaisern besucht, die sich hier aufhielten, darunter auch Karl IV., der als der bedeutendste Kaiser des Spätmittelalters gilt. Bis zum Jahr 1806 war Nürnberg unabhängig, ab dann gehörte die Stadt zum Königreich Bayern.

Die Zerstörungen im 2. Weltkrieg waren enorm – Foto: Keystone/Second Roberts Commission

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Nürnberg zu einer bedeutenden Industriestadt, wovon auch die Nachbarstädte Fürth und Erlangen profitierten. Eine besonders unrühmliche Zeit begann in den 1930er Jahren, als die Noris zur Stadt der Reichsparteitage auserkoren wurde. Adolf Hitler wollte hier außerdem seine größenwahnsinnigen Träume verwirklichen, indem er überdimensionale Aufmarschplätze und riesige Gebäudekomplexe bauen lies, die teilweise nie fertiggestellt wurden und heute noch zu besichtigen sind. Dazu zählen vor allem die Kongresshalle, die Große Straße und auch das Zeppelinfeld, alles auf dem Reichsparteitagsgelände zu finden. Da Nürnberg von den Nazis stark eingenommen wurde, war es im 2. Weltkrieg ein bevorzugtes Ziel der Alliierten, weswegen der Stadt erheblicher Schaden zugefügt wurde. Dieser war so groß, dass man schon plante, Nürnberg aufzugeben und an anderer Stelle neu zu errichten.

Nach Kriegsende blieb Nürnberg allerdings weiterhin in den Schlagzeilen. So fanden hier von 1945 bis 1949 die Nürnberger Prozesse gegen die Drahtzieher im Hitler-Regime statt, in denen im Hauptprozess zwölf Todesurteile gesprochen wurden. In den folgenden Jahren profitierte man auch in Nürnberg vom Wirtschaftsaufschwung und die Stadt wuchs zu einer bedeutenden Handelsmetropole heran. Viele namhafte Unternehmen wurden hier gegründet, darunter AEG, MAN, Triumph-Adler, Siemens, Schöller, uvm. Heute ist Nürnberg die zweitgrößte Stadt in Bayern und gehört zu einer von elf Metropolregionen in Deutschland.

Nürnberg muss man gesehen haben

St. Sebald, die älteste Pfarrkirche Nürnbergs – Foto: Vitold Muratov

Die Sehenswürdigkeiten, die Nürnberg zu bieten hat, aufzuzählen, ist verdammt schwer. Ich will es dennoch mal versuchen.

Bei einem Besuch in Nürnberg sollte natürlich die Burg ganz vorne stehen. Daneben der Hauptmarkt mit Frauenkirche und Schöner Brunnen, die Lorenzkirche und die Sebalduskirche. Auch das Heilig Geist Spital, der Weiße Turm, das Nassauer Haus und die gesamte Burgmauer, die in weiten Teilen noch erhalten ist, sollten besichtigt werden. Nicht zu vergessen das Albrecht-Dürer-Haus, das Lochgefängnis unter dem Rathaus, die Felsengänge, der Kettensteg sowie der Henkersteg.

Es würde zu weit führen, alle Sehenswürdigkeiten aufzuzählen, denn die gerade genannten liegen allein alle in der Altstadt. Man sollte also bei einem Besuch ein paar Tage Zeit mitbringen. Außerhalb der Stadtmauern kann man dann das moderne Nürnberg kennenlernen – auch das ist nicht zu verachten.

Kulturell ist Nürnberg reich gespickt, allen voran mit Museen: Das Neue Museum, das Germanische Nationalmuseum (größtes kulturhistorisches Museum Deutschlands), das Spielzeugmuseum, das DB-Museum, das Fembohaus, das Doku-Zentrum am Reichsparteitagsgelände und noch viele kleinere mehr.

Weltbekannt: der Nürnberger Christkindlesmarkt – Foto: Roland Berger

Auch für seine Veranstaltungen ist Nürnberg bekannt. Weltbekannt ist natürlich der Nürnberger Christkindlesmarkt zu dem jährlich in den vier Wochen vor Heiligabend Millionen Menschen aus der ganzen Welt kommen. Daneben findet hier die Spielwarenmesse statt, das Norisringrennen, Rock im Park und auch viele „kleinere“ Veranstaltungen, die nicht wirklich klein sind.

Puh, das war eine ganze Menge, was man sich hier anschauen kann, nicht wahr? Dabei war das noch lange nicht alles. Aber ein wenig will ich Ihnen auch selbst ermöglichen, Nürnberg kennen zu lernen – Sie müssen nur noch vorbei kommen.

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