Kolumne

Main – Die Lebensader Unterfrankens

Von: Nico Häffner

Der Main ist wohl einer der bekanntesten Flüsse im südlichen Teil Deutschlands. Immerhin ist er mit einer Fließlänge von 527 Kilometern auch der längste innerdeutsche Fluss.  Das rührt daher, dass andere Flüsse wie Donau oder Rhein zwar länger sind, aber nicht in Deutschland münden oder entspringen.

Jedoch gibt es auch verschiedene Methoden die Länge des Mains zu berechnen. Diese hängen davon ab, welchen der im Fichtelgebirge entspringenden Quellflüsse man zur Länge dazurechnet. Mit dem Roten Main ergibt sich die bereits genannte Länge von 527 Kilometern, mit dem Weißen Main eine Länge von 518 Kilometern.  Streicht man diese Quellflüsse aus der Rechnung, so ist der Main immer noch 472 Kilometer lang.

Der Main bei Karlstadt – Foto: Gerdt

Über die Herkunft und besonders über die Bedeutung des Namens herrscht keine Klarheit, es gibt aber einige Spekulationen.  So weiß man, dass das Wort „Main“ keltischen Ursprungs ist. Deshalb wurde der Fluss damals „Moin“ oder „Mogin“ genannt. Infolge der Besetzung durch die Römer im ersten Jahrhundert vor Christus wurde der Name latinisiert und lautete schließlich „Moenus“. Flüsse mit ähnlicher Namensherkunft lassen sich auch in anderen, ehemals von den Römern besetzten Ländern finden (z.B. in Irland und Großbritannien).

Was die Bedeutung des Namens angeht, vermutet man unter anderem eine indogermanische Herkunft vom Wort „mei“, was so viel wie „Wasser“ bedeutet.

Vom Maindreieck zum Mainviereck

Der Main bei Schweinfurt – Foto: © kultor / PIXELIO

Der Main durchfließt auch mehrere historische Altstädte, so zum Beispiel in Würzburg oder Frankfurt.   Landschaftlich bietet der Main mit dem Maindreieck und dem Mainviereck auffällige und interessante Formen.

Das Maindreieck bildet sich aus den als Eckpunkte fungierenden Städten Schweinfurt, Ochsenfurt und Gemünden.  Dadurch ergibt sich die Form eines auf dem Kopf stehenden Dreiecks, welches nach oben geöffnet ist.  Bekannt und beliebt ist das Maindreieck auch durch den dortigen Weinanbau, der das größte Weingebiet in Franken ausmacht. Im Maindreieck liegt auch die Stadt Würzburg, die zweitgrößte Stadt Frankens, welche durch die Altstadt, die Residenz und die Festung Marienberg begeistern kann.

Teil des Maindreiecks ist außerdem die sogenannte Mainschleife, die sich bei Volkach als enge Biegung des Flussverlaufs bildet. Sehenswert sind hier zum Beispiel die Wallfahrtskirche „Maria im Weingarten“ und die Weininsel, die sich aufgrund der Abtrennung durch einen Schifffahrtskanal gebildet hat.

Unmittelbar neben dem Maindreieck bildet sich das Mainviereck, dessen Eckpunkte die Städte Wertheim, Aschaffenburg, Gemünden und Miltenberg sind.  Hier befindet sich auch die kleinste Stadt Bayerns: das Örtchen Rothenfels mit gleichnamiger Burg und ca. 1.000 Einwohnern. In Wertheim bildet der Main außerdem die Grenze zwischen der genannten badischen Stadt und dem bayerischen Kreuzwertheim auf der anderen Seite des Flusses.

Wer gerne eine Reise entlang des Mains antreten möchte, wird nicht enttäuscht. Denn neben den Weingebieten gibt es zahlreiche sehenswerte Altstädte , Burgen und eine Gratwanderung zwischen den Bundesländern.

Daten zum Main:

Lage: Bayern, Baden-Württemberg, Hessen

Länge: ca. 527 Kilometer

Quellflüsse: Roter Main (Fränkische Alb), Weißer Main (Fichtelgebirge)

Mündung: in den Rhein, bei Mainz

Große Nebenflüsse: Tauber, Nidda, Fränkische Saale

Großstädte: Frankfurt, Würzburg, Offenbach

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