Kolumne

Fürth – mehr als nur der Schatten von Nürnberg

Von: Holger Schossig

Es gibt in Bayern ja die Hassliebe zwischen den Oberbayern und den Franken und auch im Kleinen kann man solche „Freundschaften“ finden: Nürnberger mögen Fürther nicht und umgekehrt. Da kommen schon mal Sprüche wie „lieber Fünfter als Fürther“ aus der großen Nachbarstadt. Und auch wenn immer wieder Frotzeleien zu hören sind, insgeheim hat keiner was gegen den anderen. Deswegen macht es mir als Nürnberger nichts aus, dass ich in Fürth wohne – und das schon über 25 Jahre. Mir gefällt´s hier!

Blick über die Dächer der Altstadt – Foto: September9, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Vielleicht Ihnen auch? Müssen Sie halt einfach mal ausprobieren und vorbeikommen, dann werden Sie schon sehen, ob es Ihnen taugt – wovon ich eigentlich überzeugt bin. Aber sind wir mal ehrlich: Die mega-angesagte Urlaubsmetropole ist Fürth nun nicht. Aber: Wer in Franken, respektive in Nürnberg weilt, der sollte auch mal einen Abstecher nach Fürth machen, denn die Stadt hat viele schöne Ecken. Einige davon möchte ich Ihnen hier vorstellen.

Von Kneipenmeilen und Promenaden

Die Fürther Altstadt ist nicht nur alt, sie hat auch viele kleine und gemütliche Kneipen zu bieten, in denen man im Sommer draußen sitzen und ansonsten den Abend bei guter Musik ausklingen lassen kann. Rund um die Gustavstraße hat man eine reiche Auswahl in einem tollen Ambiente. Da während des Zweiten Weltkriegs Fürth nur zu etwa zwölf Prozent zerstört wurde, ist die Altstadt noch weitestgehend intakt. Ebenso wie die prächtigen Promenaden, die man zwischen der Fürther Freiheit und Jakobinenstraße, kurz vor der Stadtgrenze zu Nürnberg finden kann. Die Königswarterstraße und die Hornschuchpromenade mit ihren herrlichen Wohnhäusern aus der Zeit des Jugendstils und aus der Gründerzeit, muss man gesehen haben.

Fürth – die Denkmalstadt

Das Fürther Rathaus – Foto: Magnus Gertkemper, http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/legalcode

Dieses Prädikat hat sich die Stadt selbst auferlegt. Und in der Tat, man findet zahlreiche Denkmäler, die nicht nur erwähnenswert sind, sondern die man auch mal besuchen sollte. Allen voran das Stadttheater, das die Stile des Barock und der Renaissance vereint. Auch das Rathaus, das im italienischen Stil erbaut wurde, kann sich sehen lassen. Neben den bereits genannten Prachtbauten in den Promenaden, sind auch das Berolzheimerianum (heute die Heimat der Comödie Fürth), die Paulskirche, die Michaeliskirche, das Logenhaus der Freimaurer und nicht zuletzt das Schloss Burgfarrnbach zu nennen.

Wer gerne das eine oder andere Museum besucht, der wird in Fürth ebenfalls fündig. Da hätten wir mal das Jüdische Museum, das die Vergangenheit und auch die Gegenwart der Juden in Fürth beleuchtet – noch heute gibt es in einigen Hinterhöfen Synagogen, die von den dort wohnenden Juden regelmäßig genutzt werden. Wie wäre es mit einem Besuch im Fürther Rundfunkmuseum (Max Grundig gründete einst in Fürth sein Weltunternehmen) oder im Stadtmuseum Ludwig Erhard? Da ist schon was dabei, nicht wahr?

Dies und das – und noch mehr

Die Fürther Kirchweih wird auch als Königin der Kirchweihen bezeichnet – Foto: B. Kögler

Alles aufzuzählen, würde wahrlich zu weit führen. Vielleicht noch ein paar Stichpunkte: Der Fürther Stadtpark, der eigens für die Landesgartenschau 1951 angelegt wurde. Der Südstadtpark, der sich über eine große Fläche der ehemaligen W.O.Darby-Kaserne erstreckt.

Besonders gerne kommen übrigens auch die Nürnberger im Oktober nach Fürth, wenn die Fürther Kirchweih, auch Michaeliskirchweih genannt, lockt. Daneben kann man im Frühjahr und im Herbst den Grafflmarkt erleben, einen Trödelmarkt, der in den Straßen der Altstadt stattfindet, und nicht zuletzt ist auch die Altstadtweihnacht am Waagplatz zu erwähnen.

Sie sehen – ist gar nicht so wenig, was Fürth zu bieten hat. Na dann kommen Sie und erleben Sie die Fürther mal hautnah und berichten Sie dann darüber. Bin mal gespannt!

Danksagung des  Fürther Oberbürgermeisters

2 Kommentare zu Fürth – mehr als nur der Schatten von Nürnberg

  1. Baldur // 15. Juni 2011 um 00:41 //

    Auch Kriegerdenkmalschändungen durch Linksextremisten gehören leider zu Fürth:

    siehe:

    http://www.soziales-fürth.de/Farbanschlag_auf_Kriegerdenkmal.html

  2. Holger Schossig // 15. Juni 2011 um 00:51 //

    Ja, solche Idioten gibt es wohl fast überall… 🙁

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