Kolumne

Fränkisch schimpfen, aber richtig – Teil 3

Von: Holger Schossig

In unserer Reihe „Fränkisch schimpfen, aber richtig“ gibt es heute Teil 3 mit 10 neuen, interessanten, fränkischen Schimpfwörtern. Sofern Sie die ersten beiden Teile verpasst haben, kein Problem, Sie können Teil 1 und Teil 2 hier noch mal nachlesen. Also, dann lassen Sie uns mal wieder losmeckern!

  1. Als Kaschperla bezeichnet der Franke einen Menschen, der sich nicht seines Alters entsprechend gebührend verhält und sehr unselbstständig daher kommt. Ein alternativer Ausdruck wäre der Kindskoupf.
  2. Ein Kniefiesler ist einer, der wirklich alles und jeden doppelt und dreifach kontrolliert und selbst dann noch nicht damit zufrieden ist. Kleinkariert könnte man ihn auch bezeichnen.
  3. Gerne bezeichnet der Franke Frauen, die Unterhaltungen in einer Lautstärke tätigen, die in den Ohren unangenehm werden können, als Krawallschachtl.
  4. Wenn eine Frau mit allem und jedem angibt und dies auch jedem zeigen und mitteilen muss, dann ist das eine Krampfhenna. Das männliche Pendant dazu ist der Krampfbeutl.
  5. Wenn jemand gerne nascht, dann nennt man ihn auch einen Leckerlesscheißer.
  6. Es soll ja Jungs geben, die ihrer Mutter über das übliche Maß hinaus, auch noch Jahre nach ihrer Kleinkindphase am Rockzipfel hängen. Diese Jungs nennt man in Franken schlicht und einfach Mamahanserla.
  7. Ein sehr schöner Ausdruck für einen Menschen, der sich besonders wichtig vorkommt, sich auch so darstellt und dann nicht mal 1 Meter 50 groß ist, nennt man auch aufgstellter Mausdregg.
  8. Wer ein loses Mundwerk hat und von diesem auch Gebrauch macht, vor allem, wenn es sich um eine Frau handelt, der wird auch Mistbritschn genannt.
  9. Angeber kann der Franke ja gar nicht leiden. Vor allem dann nicht, wenn nichts dahinter steckt. Solche Menschen nennt er deswegen auch gerne Muggnforzer.
  10. Viele Franken sind redefaul. Manchmal wird in seinen Bart hineingebrummt, mehr kommt nicht raus. Manchmal hört man auch gar nichts. Auch dafür gibt es eine schöne Bezeichnung: Mumpfl.

Und wer nun immer noch nicht genug hat, dem kann ich versprechen, dass es demnächst Teil 4 geben wird. Jetzt aber erst mal wieder üben, üben, üben.

1 Kommentar zu Fränkisch schimpfen, aber richtig – Teil 3

  1. alexandra ruppenstein // 8. April 2011 um 13:21 //

    ich suche dringend das fränkische Schimpfwort Woädslä

    LG Alex

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