Kolumne

Bayerns erstes Schulmuseum

Von: Anja Bergler

Für viele von uns ist das Schulleben schon seit Längerem vorbei und man denkt nicht immer gern an diese Zeit zurück. Fanden wir doch unsere Lehrer streng und den Lehrstoff langweilig oder unnütz. Doch wie ist es denn unseren Vorfahren in ihrer Schulzeit ergangen? Wie sahen die bayerischen Schulen vor 100 Jahren aus und wie wurde unterrichtet?

Die Schulräume sahen früher noch ganz anders aus – Foto: Erstes Bayerisches Schulmuseum e.V.

Einen sehr guten Einblick gewährt das Schulmuseum in Sulzbach-Rosenberg, nicht weit von Amberg entfernt. Denn hier gibt es bayerische Schulgeschichte sprichwörtlich zum Anfassen. Das Museum befindet sich im schönen Schlößlschulhaus. Hier wurden bisher 13 Räume geschaffen, die sich der Thematik der Schule längst vergangener Zeit befassen. Zahlreiche Exponate und Dokumente lassen einem in die Vergangenheit entschwinden.

Klassenzimmer wie sie damals waren

Besonders gelungen sind die nachempfundenen Klassenzimmer aus den Jahren um 1870, 1920 und 1950. Hier kann man erste Eindrücke des damaligen Schullebens und des Schulalltags gewinnen. Harte Holzbänke statt ergonomisch geformter Stühle, statt Schreibheften gab es Tafel und Griffel – die Ausstattung war mehr sporadisch und musste den Anforderungen genügen.

Wer einmal das Glück hat und mit seiner Schulklasse oder mit einer Gruppe das Schulmuseum zu besuchen, der kann bei einer Art „Probeunterricht“ einmal eine Schulstunde aus vergangenen Tagen über sich ergehen lassen.

Einblick in das damalige Schulsystem

Auch das Unterrichtsmaterial sah früher noch etwas anders aus – Foto: Erstes Bayerisches Schulmuseum e.V.

Neben den Klassenzimmern wird den Besuchern noch eine Menge an Bildmaterialien zur Verfügung gestellt. Selbst eine Ausstellung über die Entwicklung unserer Schrift kann im Schulmuseum besichtigt werden. Interessant ist auch der Wandel des Lehrerberufes, die Entstehung eines Schulbuches, der unterschiedlichen Schulfächer oder aber die Geschichte der Pädagogik allgemein. Im weiteren Verlauf wird ebenfalls über Notenschlüssel, das Thema Schulturnen oder aber über die Schulwege berichtet.

Alles in allem ist das Schulmuseum sehr gelungen. Man bekommt einen wunderschönen Einblick in die Entstehung bzw. in die Entwicklung des Schulsystems. Ich bin mir sicher, dass man in diesen Räumlichkeiten in Sulzbach-Rosenberg bestimmt noch eine Menge über die Schule lernen und erfahren kann.

Die Öffnungszeiten des Schulmuseums sind:

Montag bis Mittwoch von 09:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Donnerstag von 09:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Freitag und Samstag nach Vereinbarung

Sonntag von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr

Wer mit einer Gruppe oder Schulklasse das Museum besuchen möchte, der wird gebeten, sich vorher telefonisch anzumelden.

Die Eintrittpreise liegen für Erwachsene bei 2,00 Euro – mit Führung 4 Euro. Kinder zahlen 1 Euro bzw. 2 Euro mit Führung. Familien bezahlen für den Eintritt 5,00 Euro.

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