Kolumne

Franz Josef Strauß – der Ur-Bayer der Politik

Von: Sabine Hutter

foto-sabine-210Franz Josef Strauß war einer der bedeutendsten bayrischen Politiker der Nachkriegszeit. Unter anderem war er Bundesminister der Verteidigung und Bundesminister der Finanzen. Seine offen vertretenen Meinungen waren häufig Grund lautstarker Debatten im Bundestag. Einige Skandale, in die er verwickelt war, sind bis heute unvergessen.

Seine politische Karriere

Von 1978 bis 1988 war Franz-Josef Strauß Bayerischer Ministerpräsident

Von 1978 bis 1988 war Franz-Josef Strauß Bayerischer Ministerpräsident

Dem Deutschen Bundestag gehörte Franz Josef Strauß seit dessen Bestehen an und ab 1949 war er stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion. Von 1956 an war er der zweite deutsche Verteidigungsminister. Er legte bereits 1957 Pläne für die atomare Bewaffnung vor und trieb die militärische Nutzung von Atomwaffen gemeinsam mit Adenauer energisch voran. Sein Gesetzentwurf zur Erzeugung und Nutzung der Kernenergie führte zum ersten deutschen Atomgesetz.

Die Starfighter-Affäre, bei der Strauß 916 amerikanische Kampfflugzeuge vermutlich aufgrund von Bestechung kaufte, ist heute noch als Witwenmacher-Affäre bekannt. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ deckte noch weitere Affären auf, die im Zusammenhang mit Franz-Josef Strauß genannt werden und so musste er 1962 von seinem Posten als Verteidigungsminister zurücktreten.

Als Oppositions-Politiker sorgte er 1974 mit der Sonthofen-Strategie für eine starke Polarisierung der Öffentlichkeit. Er wollte keine Lösung für drohende Probleme anbieten, um die Chancen der eigenen Partei für die nächste Wahl zu stärken. Von 1978 bis zu seinem Tod war Strauß Landtagsabgeordneter in Bayern. Am 3. Oktober 1988 erlag er im Alter von 72 Jahren in Regensburg einem Herz-Kreislaufversagen als Folge eines Multiorganversagens.

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