Von: Anja Bergler

Der Ursprung stammt aus dem 12. Jahrhundert

Bereits seit dem 12. Jahrhundert wird das Johannisfeuer, das auch als Sonnwendfeuer bekannt ist, alljährlich von den Dorfgemeinschaften entzündet. Es wird hier auch gleichzeitig der kalendarische Sommer eingeläutet. Das Sonnwendfeuer stand in erster Linie für Fruchtbarkeits- und Reinigungsriten und war schon frühzeitig mit dem Volksglauben verbunden. Während im Mittelalter noch Tänze um das Feuer veranstaltet wurden, wird mittlerweile das Brauchtum nicht mehr so umfangreich gepflegt. Der Schutz vor Geistern und Hexen ist in der modernen Zeit nicht mehr nötig, doch vor einigen Jahrhunderten gehörte dies genauso dazu wie das Ausbreiten der verbrannten Holzstücke auf die Wiesen und Felder, um die Insekten von den Ackerfrüchten fernzuhalten. Auch ein Sprung über das Johannisfeuer sollte eine baldige Heirat und eine glückliche Ehe in Aussicht stellen.
Die moderne Form des Brauchtums
Heutzutage wird immer noch ein riesiger Holzstapel nach einem bestimmten Ritual aufgebaut. Jede Gemeinde hat hier eine andere Vorstellung, doch die Bilder gleichen sich überall. Meist ragen die dünnen Holzstämme in Form eines Kegels bis zu zehn Meter in die Höhe. Bei Einbruch der Dunkelheit wird der aufgeschichtete Holzhaufen feierlich entzündet. Hohe Flammen lodern beeindruckend in den Himmel, spenden Wärme und Behaglichkeit.
Dieser Feuerschein ist weithin sichtbar und hat etwas Unheimliches an sich. Man denkt in erster Linie wohl hierbei an einen Scheiterhaufen. Selbst wenn der Brauch seit vielen Jahren nicht mehr dem eigentlichen Ursprung dient, zählt das Johannisfeuer, ebenso wie das Aufstellen des Maibaums, zu einer weiteren Festlichkeit und Tradition in den bayerischen Gemeinden, mit einem christlichen und historischen Ursprung.