Kolumne

Bayern – Vom einstigen Königreich zum Freistaat Teil 3

Von: Marlene Soff

Wie bereits in den ersten beiden Teilen deutlich zu erkennen war, hat das wunderschöne Land Bayern gerade in politischer Hinsicht eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Ein absoluter Meilenstein in diesem Zusammenhang war die Krönung von König Ludwig II. im Jahr 1864, denn dieser sollte mit all seinen Eigenheiten und Entscheidungen die Geschichte des Landes erheblich beeinträchtigen. Bereits zwei Jahre nach seiner Ernennung als König musste sich Bayern an Österreichs Seite am Deutschen Krieg beteiligen, was den neuen Regenten natürlich ziemlich auf die Probe stellte. Leider sollte es für König Ludwig II. eine Schmach werden, denn Bayern verlor den Krieg und musste anschließend per Vertrag ein nicht unerhebliches Gebiet an Preußen übergeben. Zudem sah sich der Regent von Bayern genötigt, einen Bündnisvertrag mit Preußen einzugehen, das sogenannte Schutz- und Trutzbündnis.

Ein Frieden, der nicht lange hielt

König Ludwig II. – so glamourös wie kein zweiter bayerischer König

Nachdem der Deutsche Krieg im Jahr 1866 für Bayern eher schlecht ausgegangen war, folgte eine kurze aber dennoch schöne Zeit des Friedens. Denn bereits im Jahr 1870 sah sich König Ludwig II. gezwungen, den Preußen bei ihrem Krieg gegen Frankreich beizustehen, da er dies, wie bereits erwähnt, in einem Bündnis versprochen hatte. Doch die Gemeinschaft Bayerns mit Preußen sollte sich lohnen, denn der Deutsch-Französische Krieg ging zugunsten Deutschlands aus und endete mit der Übernahme der französischen Stadt Paris. Aus diesem Sieg konnte auch Bayern einen Vorteil ziehen, denn Bayern wurde vertraglich zum eigenen Bundesland des Deutschen Reiches erklärt.

Dennoch lag auch außerhalb der politischen Ereignisse ein Schatten über der Regenschaft von König Ludwig II., da dieser sich bei seinem Volk auch durch seine sogenannte Bausucht einen Ruf machte. Er ging dabei nämlich dermaßen verschwenderisch vor, dass Bayern schon bald vor dem finanziellen Ruin stand.

Ludwig II. ertränkte sich im Starnberger See – Foto: Alexander.stohr

An diesem Punkt muss man sich eigentlich nur einmal den mehr als prunkvollen Bau von Schloss Neuschwanstein ansehen, welcher erahnen lässt, wie verschwenderisch König Ludwig II. bei seinen Bauvorhaben vorging. Nichtsdestotrotz stand die Hilfe für die daraus entstandene finanzielle Misere schon parat, da nämlich Otto von Bismarck sehr mit der Regierung Bayerns sympathisierte und mit Geld aushalf. Auf Dauer jedoch konnte auch diese Hilfe nicht verhindern, dass König Ludwig II. weiter seinem Wahn verfiel und es notwendig wurde, sein Vorgehen zu überwachen. Im Jahr 1886 nahm sich König Ludwig II. dann schließlich das Leben, indem er sich selbst im Starnberger See ertränkte. Noch heute ranken sich um diese Geschichte zahlreiche Mythen und Vermutungen, da die genauen Umstände bis jetzt rätselhaft sind.

Wie ersetzt man einen kinderlosen König?

Nachdem König Ludwig II. den Freitod gewählt hatte und er keine Kinder hatte, stand man vor der Frage, wer neuer König werden sollte. An diesem Punkt kam dann der Bruder des toten Regenten, Otto, ins Spiel, welcher auch sofort gekrönt wurde. Seine Regentschaft sollte jedoch nicht lange andauern, da er geisteskrank und zur Führung Bayerns nicht imstande war. Wer ihm als König folgte, erfahren Sie in Teil 4!

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