Kolumne

Oberfranken laufen die Einwohner weg

Von: Holger Schossig

foto-holger-23Die Geburtenrate sinkt, es wird auf kurz oder lang immer mehr ältere Menschen geben. Durch die höhere Sterberate verringert sich die Bevölkerung und schon ist der demografische Wandel perfekt. Bis vor wenigen Jahren hat man davon kaum etwas gehört, doch mittlerweile haben Statistiker Alarm geschlagen. Denn es scheint sich ein dramatischer Wandel abzuspielen. Und hierbei ist auch Bayern betroffen.

Junge Menschen zieht es in die Großstädte, vor allem nach München - Foto: © Elke Hartmann / PIXELIO

Junge Menschen zieht es in die Großstädte, vor allem nach München – Foto: © Elke Hartmann / PIXELIO

Ganz besonders die Region Oberfranken. Dieser Regierungsbezirk hatte schon immer die höchste Arbeitslosigkeit im ganzen Freistaat. Diese negativen Zahlen verschlechtern sich durch den demografischen Wandeln noch zusehends. Das hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Bayern, kurz IAB, herausgefunden. Demnach soll in der Stadt Hof die Einwohnerzahl in den nächsten 20 Jahren um über 7.000 zurückgehen. Das wäre ein Minus von fast 15%. Im Landkreis sieht es noch schlimmer aus. Hier soll die Zahl um über 42.000 sinken, was einem Minus von 18,5% entspräche. Den Landkreis Wunsiedel soll es noch härter treffen, hier sei ein Rückgang um fast 22% zu erwarten.

Grund sei der Weggang vieler junger Leute in andere Regionen, in denen die Chance auf Arbeit um ein Vielfaches größer ist, so die Erläuterungen von Stefan Böhme, dem Regionalforscher des IAB. Nun versucht man diesen Trend zu stoppen, indem man jungen Leuten in der Heimat wieder eine Perspektive geben will. Eine sogenannte Rückkehrer-Initiative soll dabei helfen.

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