Kolumne

Krieg und Frieden am Walberla

Von: Holger Schossig

foto-holger-22Das Walberla kennt wohl jeder Franke. Wer kein Franke ist, dem sei gesagt, dass das Walberla ein Berg in der Fränkischen Schweiz, in Oberfranken ist, 514 Meter über dem Wiesenttal eine herrliche Aussicht bietet und eigentlich Ehrenbürg heißt. Dort kommt man gerne hin, “erklimmt” den Gipfel, genießt bei schönem Wetter einen herrlichen Blick und feiert an jedem ersten Sonntag im Mai das Walberla-Fest. Und zwischendurch streitet man sich.

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Das Walberla: Naherholung in Oberfranken – Foto: © Marion / PIXELIO

Die Parteien, die sich schon länger in den Haaren liegen, sind die Gemeinde Kirchehrenbach, das Landratsamt Forchheim, der Bund Naturschutz und die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberfranken. Und warum wird gestritten? Weil der ehemalige Bürgermeister von Kirchehrenbach, Waldemar Hofmann im Jahr 2008 einen 286 Meter langen weg Richtung Gipfel einfach asphaltieren ließ. Der hat dabei nicht mal jemanden gefragt. Und der Gemeinderat hat es auch erst im Nachhinein bewilligt. Was blieb ihnen auch anderes übrig? So, nun war der Weg also da und es begann ein Streit, der sich nun zum zweiten Mal jährt.

Und nun? Nun scheint aber doch ein Kompromiss gefunden: Der Weg soll nämlich bestehen bleiben, wenn dafür die Parkplätze am Walberla zurückgebaut und teilweise wieder renaturiert werden. Damit könnten sich alle anfreunden, bis auf die Höhere Naturschutzberhörde von Oberfranken. So, da haben wir den Salat! Also doch nichts mit Friede, Freude, Sonnenschein? Das wird sich zeigen, die Zeichen stehen aber klar auf Waffenstillstand, zumindest glaubt das der Leiter der Abteilung Naturschutz am Landratsamt in Forchheim. Und was lernen wir daraus? Auch als Bürgermeister erst fragen und dann handeln. Aber die Politiker machen das eben auch gern mal andersrum.

1 Kommentar zu Krieg und Frieden am Walberla

  1. Konopka, Tom // 18. Januar 2010 um 16:08 //

    Der Naturschutzbeirat bei der Regierung, der Naturschutzbeirat des Landkreises Forchheim und die Naturschutzverbände BN und LBV tun gut daran, den sogenannten Kompromiss abzulehnen. War doch die Auflassung des Parkplatzes, die nun als Wiedergutmachung für den Straßenbau verkauft wird bereits 1991 eine Auflage für die staatliche Förderung (!) des Parkplatzneubaues am Ortsrand von Kirchehrenbach.
    Dass die Gemeinde hier ein Pferd nun zweimal verkaufen will und Regierung und Landratsamt dazu nicken, ist eigentlich skandalös.
    Nur der Rückbau der illegal errichteten Asphaltstraße wäre das richtige Signal, dass Bürgermeister nicht bewußt Recht und Gesetz brechen dürfen. Der sog. Kompromiss wäre ein fatales Signal an Nachahmer, die sich ausrechnen können, was es ihnen kostet, wenn sie es doch tun.
    Es gibt genug Projekte, die mancher Bürgermeister oder Private in Naturschutzgebieten oder Bannwäldern umsetzen will.

    Tom Konopka
    Regionalreferent des BN für Mittel- und Oberfranken

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