Kolumne

Justus von Liebig – Begründer der Organik

Von: Sabine Hutter

Der deutsche Chemiker Justus von Liebig begründete die organische Chemie. Sein Buch über die Agrikulturchemie, in dem er die Mineraldüngung erklärte, wurde in 34 Sprachen übersetzt.

Seine bewegte Jugend

Der Chemiker Justus von Liebig

Am 12.5.1803 wurde Justus von Liebig in Darmstadt geboren und interessierte sich schon früh für die Werkstatt seines Vaters, der Drogist war. Das Gymnasium verließ er bereits nach der 2. Jahrgangsstufe und brach eine Lehre zum Apotheker vorzeitig ab, da er bei seinen privaten Versuchen mit Knallsilber einen Dachstuhlbrand in der Apotheke verursachte. Knallsilber faszinierte Justus seit einem Besuch auf einem Jahrmarkt und er experimentierte damit leidenschaftlich gern. Nach dem Brand kehrte er zum Vater zurück, half in dessen Werkstatt und besuchte nebenbei häufig die großherzogliche Bibliothek, um als Autodidakt seine Kenntnisse in der Chemie auszubauen.

Justus‘ Vater vermittelte seinem Sohn ein Chemiestudium in Bonn, wo Justus schnell der Assistent von Karl Wilhelm Gottlob Kastner wurde, mit dem er 1821 an die Universität Erlangen wechselte. Dort begann er mit seiner Doktorarbeit, die sich mit dem Verhältnis der Mineralchemie zur Pflanzenchemie beschäftigte. Ein Jahr später musste Liebig nach Hause fliehen, weil er an einer Demonstration freiheitlich gesinnter Studenten teilnahm und von der Polizei gesucht wurde. Sein Lehrer Professor Kastner bewirkte, dass Liebig ein Stipendium an der Sorbonne in Paris bekam, die damals führend auf dem Gebiet der Chemie war.

Sein Wirken

Bereits 1824 wurde Justus von Liebig zum außerordentlichen Professor an der Universität Gießen, weil seine eigenen Arbeiten über das Knall-Quecksilber große Aufmerksamkeit erregt hatten. Obwohl er schon ein Jahr später ordentlicher Professor wurde, war sein Gehalt gering und er bekam nur minimale Zulagen für die benötigten Chemikalien. Zwischen 1827 und 1833 betrieb er zusammen mit drei anderen Professoren ein privates Institut, das Apothekengehilfen ausbildete, um seine finanzielle Situation zu verbessern. Seine Lehrmethoden und seine Schriften und Entdeckungen machten ihn bald so berühmt, dass auch zahlreiche Ausländer nach Gießen kamen, um seinen Vorlesungen zu lauschen.

1845 bekam er für seine Verdienste den Titel „Freiherr“ und er lehnte Berufungen an verschiedene andere Universitäten in Wien, London und St. Petersburg ab. Dadurch konnte er in Bleibeverhandlungen jedes Mal seinen finanziellen  Status aufbessern. König Maximilian II. konnte ihn schließlich dazu überreden an die Universität München zu wechseln, weil er ihm weitgehende Freiheit in Forschung und Lehre versprach. 1859 wurde er zum Präsidenten der Bayrischen Akademie für Wissenschaften, das er bis zu seinem Tod am 18.4.1873 bekleidete.

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