Kolumne

Instagram, YouTube & Co: So verdienen Influencer ihr Geld

Früher haben hauptsächlich Promis aus Sport und Fernsehen als Werbeträger fungiert. Heutzutage hat sich das ein wenig geändert. Inzwischen haben Plattformen wie Instagram, YouTube oder auch Facebook an Bedeutung deutlich dazu gewonnen. Hier ist die Nutzerreichweite enorm und das haben auch die meisten Unternehmen längst erkannt.

Influencer | © PantherMedia / Vichaya Kiatying-Angsulee Influencer | © PantherMedia / Vichaya Kiatying-Angsulee

Aus diesem Grund weiß man heute um den Einfluss der sogenannten Influencer, die sich auf diesen Social-Media-Plattformen präsentieren und dabei auch die Produkte verschiedener Hersteller ins rechte Licht rücken. Bei diesen Influencern handelt es sich allerdings in der Regel um „ganz normale Menschen“. Das soll die Werbung glaubhafter und am Ende auch effektiver machen.

Jeder kann heutzutage Reichweite aufbauen und dieses Potential auch monetarisieren – also in Geld umwandeln. Doch was steckt eigentlich alles hinter diesem Megatrend?

Influencer sind auf dem Vormarsch

Ausgehend von den USA verbreitet sich das Influencer Marketing auch hierzulande rasant. Influencer werden auch als Meinungsbildner und Multiplikatoren bezeichnet. Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass sie sich offensichtlich besser für diese Zwecke eignen, als berühmte Persönlichkeiten, die keine echte Community haben.

Der Grund liegt vor allem in deren Glaubwürdigkeit. Oftmals besitzen die Influencer einen hohen Beliebtheitsgrad in einer ganz bestimmten Nische. So erklärt sich auch, dass sie deswegen gerade in den letzten Jahren eine führende Rolle als Marktbotschafter eingenommen haben.

Die vielleicht erfolgreichste Influencerin in Deutschland ist “Bibi” (Bianca Heinicke) mit ihrem YouTube-Kanal “BibisBeautyPalace“. Anfangs hat sie vor allen Dingen verschiedene Kosmetik-Produkte vorgestellt und dabei (ohne dafür bezahlt zu werden) Tipps gegeben. So hat sich langsam eine immer größere Fangemeinde um sie herum geschart, die in ihr nicht nur ein Idol, sondern auch eine Inspirationsquelle für neue Shopping-Trends sehen.

Facebook & Instagram – jeder Post sorgt für Reichweite!

Facebook und Instagram | © PantherMedia / VitalikRadko

Facebook und Instagram | © PantherMedia / VitalikRadko

Facebook und Instagram sind weltweit die größten sozialen Netzwerke – und gehören beide zur gleichen Firma. Während Facebook gerade bei der jüngeren Zielgruppe etwas an Relevanz eingebüßt hat, ist Instagram derzeit voll im Trend – auch in Bezug auf das Influencer Marketing. Wer eine aktive Community hat, wird mit drei- oder gar vierstelligen Euro-Beträgen pro Post (z.B. Bild, Video etc.) entlohnt. Unter 10.000 Follower sollte man aber nicht haben. Erst ab dieser magischen Grenze scheinen Unternehmen ernsthaftes Interesse an einer Zusammenarbeit zu haben.

Entscheidend ist natürlich die Reichweite bzw. besser gesagt die relevante Reichweite. Eine DIY-Seite mit 20.000 Followern kann für ein Unternehmen, das Bastelbedarf vertreibt, attraktiver sein als eine Mode-Seite mit 200.000 Followern. Fakt ist: Mit Instagram lässt sich gutes Geld verdienen!

Eine weitere Einnahmequelle für Influencer stellt das Affiliate-Marketing dar. Der Influencer erhält eine Provision für Kunden, die über ihn zum Shop gefunden haben. Oft werden die Follower mit einem Rabattcode gelockt.

YouTube ist das Urgestein im Influencer Marketing

Das YouTube-Partnerprogramm ermöglicht bereits seit 2007, die eigenen Videoinhalte zu monetarisieren. Somit kann man die Plattform als alten Hasen im Influencer Marketing bezeichnen. Der Ablauf ist erdenklich einfach. Ein Nutzer muss als erstes einen Antrag bei YouTube stellen, um eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen für seine Videos zu erhalten. Nach der Genehmigung kann ein Nutzer dann etwa 1 bis 2 Euro pro 1.000 Views verdienen.

Dieser Betrag scheint zunächst beinahe verschwindend gering zu sein, doch wer regelmäßig sehenswerte Videos dreht, kann sich schon bald an passiven Einnahmen erfreuen.

Grundvoraussetzung hierfür ist eine Mindestabonnentenzahl von 1.000. Zudem müssen die Videos des Kanals in den letzten 12 Monaten mindestens 4.000 Stunden Wiedergabezeit erreicht haben. YouTube hat die Vorschriften deutlich verschärft, um den Pool an Werbepartnern qualitativ hochwertiger zu halten.

Darüber hinaus können YouTuber auch über Direktvermarktung (z.B. Product Placements) zusätzliches Geld verdienen. Darüber hinaus gibt es viele weitere Funktionen, um Geld von der Community einzusammeln: Merchandising, Micropayments (z.B. für Chat-Funktionen während Live-Streams) etc.

Wo geht die Reise hin?

Das Influencer Marketing hat sich in den vergangenen Jahren gerade hierzulande erheblich ausgebreitet. Es gibt mittlerweile viele Menschen, die ihren Lebensunterhalt komplett auf diese Weise bestreiten können – auch weil der Hype um diese neue Werbeform aktuell noch sehr groß ist.

In den nächsten Jahren wird es vor allen Dingen wichtig werden, die Messbarkeit der Werbemaßnahmen zu erhöhen. Gerade auf Instagram lassen sich Klicks nur schwierig messen, da keine Links in die Bildbeschreibung eingefügt werden können. Über die Effektivität von Product Placements auf YouTube lässt sich ebenfalls kontrovers diskutieren.

Wer jetzt noch ins Influencer Marketing einsteigen möchte, hat es zudem nicht so einfach. Tag für Tag werden neue Seiten eröffnet und die Gefahr, in der Masse unterzugehen, ist groß. Für Neueinsteiger empfiehlt es sich daher, eine klare Positionierung zu wählen und somit vielleicht ein Nische zu besetzen, in der es noch nicht so viel Konkurrenz gibt.

Über Simon Schroeder (129 Artikel)
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