Kolumne

Gräfenbergbahn – Warten auf den Zug der niemals kommt

Von: Holger Schossig

foto-holger-24Die Deutsche Bahn kommt – aber leider meist zu spät, manchmal auch gar nicht! So ist das auch bei der Gräfenbergbahn. Sie verkehrt zwischen dem mittelfränkischen Nürnberg (Nordostbahnhof) und Gräfenberg in Oberfranken. Daran ist nun erst mal nichts außergewöhnlich. Auch dass die Bahn immer wieder zu spät kommt, ist normal. Das kennt jeder und wenn es sich um zwei, drei oder fünf Minuten handeln würde, dann würde auch keiner etwas sagen. Doch wenn es eine halbe Stunde ist, eine ganze Stunde oder wenn der Zug einfach ausfällt – und das regelmäßig, dann kocht irgendwann der Zorn des Bürgers hoch.

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Kommt er oder kommt er nicht? – Foto: © t3work / PIXELIO

Allen voran der Zorn der Mitarbeiter der Firma Schwan Stabilo in Gräfenberg. Haben sie doch endlich einen eigenen Haltepunkt in Heroldsberg-Nord erhalten. Doch was nützt der, wenn die Bahn dennoch ständig  zu spät kommt und in vielen Fällen die Züge sogar ganz ausfallen? Nun geht die Belegschaft auf die Barrikaden. Denn an einen normalen Schichtbetrieb ist bei Schwan Stabilo schon lange nicht mehr zu denken. So kann es nicht weitergehen!

Deswegen hat man über 200 Unterschriften gesammelt und im Zuge eines massiven Protests der Bahn übergeben. Diese gelobt nun Besserung – aber tut sie das nicht ständig? Das Problem sei angeblich eine Langsamfahrstrecke bei Kalchreuth. Wie langam muss man denn fahren, um gleich eine Stunde zu spät zu kommen – auf einer Strecken von 28 Kilometern wohlgemerkt. Noch unbegreiflicher ist es, dass durch eine Langsamfahrstrecke plötzlich Züge ausfallen. Eine baufällige Brücke soll das Übel sein, das hoffentlich bald an den Wurzeln gepackt wird. Spätestens im Frühjahr sollen die Bauarbeiten beginnen. Ende ungewiss! Genauso wie die Frage, ob es die Bahn jemals schaffen wird, pünktlich zu sein.

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