Kolumne

Gerd Schönfelder – ein Vorbild für viele Behinderte

Von: Anja Bergler

Hier in der Oberpfalz ist er bekannt wie ein bunter Hund, aber auch außerhalb der Landesgrenzen hat sich Gerd Schönfelder aus Kulmain im Landkreis Tirschenreuth einen Namen gemacht. Er zählt mittlerweile zu den erfolgreichsten deutschen Wintersportlern bei den Paralympics.

Ein Unfall beendete die erfolgreiche Karriere kurzfristig

Der 40-jährige gelernte Elektrotechniker und Sportfachhändler war bereits als Jugendlicher sportlich sehr erfolgreich. Dabei hatten es ihm Fußball und besonders der alpine Skisport sehr angetan. Leider machte ein Unfall im Jahr 1989 die hoffnungsvolle Karriere zunächst zunichte. Beim Versuch auf einen fahrenden Zug aufzuspringen, geriet er zwischen Bahngleis und Zug und verlor dadurch seinen rechten Arm sowie einige Finger der linken Hand.

Er kämpfte und erfüllte sich einen Lebenstraum

Er ist der erfolgreichste Behindertensportler Deutschlands: Gerd Schönfelder – Foto: Christof Schmeißer

Denn aufgeben gibt es bei Gerd Schönfelder nicht. Er schaffte es, sich trotz seines Handicaps wieder an die Weltspitze der Ski-Rennfahrer heranzukämpfen und wurde somit zum erfolgreichsten Behindertensportler in Deutschland. Die Auszeichnung Behindertensportler des Jahres 2010 hat er erst vor kurzem erhalten. Auch einige Wahlen zum Oberpfälzer Sportler des Jahres konnte er für sich entscheiden. Dass er Ehrenbürger seiner Gemeinde Kulmain ist, versteht sich schon fast von selbst. Natürlich steht vor den Erfolgen erst einmal viel Arbeit, Schweiß und Training. Doch die sportlichen Siege sprechen für sich.

Die Liste der Erfolge ist lang

Es ist fast zu viel, all seine Erfolge und Bestleistungen aufzuführen. Schon seine alpine WM-Bilanz mit 12 x Gold und 4 x Silber kann sich sehen lassen. Besonders bei den Paralympics räumte er seit 1992 kräftig ab. In den Disziplinen Riesenslalom, Slalom, Super G, Super Kombination sowie in der Abfahrt konnte er mittlerweile 16 x Gold, 4 x Silber und 2 x Bronze mit nach Hause nehmen. Das muss ihm erst einmal einer nachmachen.

Allein im Jahr 2010 in Vancouver (Kanada) waren es bei den Paralympics 4 Goldmedaillen und 1 Silbermedaille. Bemerkenswert war damals, dass zum Zeitpunkt seines ersten Sieges in Kanada gleichzeitig sein Sohn in der Heimat das Licht der Welt erblickte.

Die Karriere an den Nagel hängen – nicht ganz

Eigentlich wollte Gerd Schönfelder seine Karriere nach den Paralympics 2010 beenden, doch er wird noch eine Saison als Ski-Rennfahrer dranhängen. Wie es dann weitergeht, steht noch in den Sternen, allerdings wird der verheiratete und zweifacher Familienvater, der auch eine Trainerlizenz besitzt, wohl dem Wintersport erhalten bleiben und den Nachwuchs-Skirennfahrern wertvolle Tipps als Trainer geben. Des Weiteren nehmen sein soziales und auch sein politisches Engagement sehr viel Zeit in Anspruch. Derzeit unterstützt Gerd Schönfelder Deutschland bei der Bewerbung für die Olympischen Winterspiele 2018.

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