Kolumne

Die größte Straßenkirchweih Bayerns – die Fürther Kirchweih

Von: Holger Schossig

Sie ist anders, sie ist außergewöhnlich, sie ist einfach eine Kärwa, die man lieben muss – und das sage ich nicht nur, weil ich in Fürth wohne. Die Fürther Kirchweih, die offiziell Michaeliskirchweih heißt, hat eine lange Tradition und ist die größte Straßenkirchweih in Bayern.

Mitten in der Fürther Innenstadt: Buden, Fahrgeschäfte, Kirchweih eben – Foto: Norbert Mittelsdorf

Veranstaltet wird sie vermutlich schon seit dem Jahr 1100, als die Michaelskirche, die der Kirchweih den Namen gab, erbaut wurde. Über die ursprüngliche Feier und die Größe des Festes, ist nichts überliefert. Bis in die 1950er Jahre war die Fürther Kirchweih auf dem Sportgelände Schießanger angesiedelt, war natürlich erheblich kleiner und bestand vor allem in den Zeiten nach dem Krieg nur aus einzelnen Ständen. Schon bald wurde der Platz dort zu eng und man verlagerte die Kirchweih in die Innenstadt. Somit wurde sie zur Straßenkirchweih.

Ein besonderes Flair zeigt sich abends, wenn es dunkel wird – Foto: B. Kögler

Und genau das ist auch das besondere und macht den einzigartigen Flair aus. Sie findet nicht, wie andere Volksfeste, auf einem großen Platz statt, sondern inmitten der Straßenzüge der Innenstadt, die zu diesem Zweck komplett für den Verkehr gesperrt werden. Die Ausdehnung der Kirchweih beträgt dabei mehrere Kilometer. So werden nicht nur die kleinen Seitenstraßen rund um Stadttheater und Fürther Freiheit gesperrt, auch die Hauptverbindungsstraßen Nürnberger Straße und Königsstraße, auf denen die Bundesstraße 8 verläuft, und die Friedrichstraße sind nicht passierbar.

Spaß für Jung und Alt

Der Höhepunkt ist der Erntedankfestzug – Foto: Norbert Mittelsdorf

Jedes Jahr strömen rund 1,5 Millionen Besucher in die mittelfränkische Stadt und freuen sich auf viele Fahrgeschäfte, auf Ess- und Vergnügungsstände aber auch auf eine Haushaltsmeile, die direkt in die Kirchweih integriert wurde. Das Besondere: Auf der Färther Kärwa, wie sie von den Einheimischen genannt wird, gibt es keine Bierzelte.

Der Beginn ist jedes Jahr der Samstag, der auf den Namenstag des Erzengels Michael, den 29. September, fällt. Heuer also der 2. Oktober. Die Kirchweih dauert jedes Jahr zwölf Tage, an den beiden Kirchweihsonntagen haben die Geschäfte im Stadtgebiet geöffnet.

Der Höhepunkt ist alljährlich der Erntedankfestzug, der sich von der Südstadt drei Kilometer weit in die Innenstadt schlängelt, bevor er sich zwischen Rathaus und Grünem Markt auflöst. Dabei treten viele Trachtengruppen, Musikvereine, Spielmannszüge, Heimatgruppen und geschmückte Erntewagen, sowie Pferdegespanne auf, die sich präsentieren. Das Gemüse auf den Wagen wird nach dem Festzug verkauft. Der Erntedankfestzug ist seit einigen Jahren auch fester Bestandteil im Bayerischen Rundfunk und wird live im Fernsehen übertragen.

Erleben doch auch Sie mal die einzigartige Michaeliskirchweih und kommen Sie nach Fürth. Vielleicht sehen wir uns, ich wink´ Ihnen von meinem Fenster aus zu, denn ich wohne direkt im Geschehen. Ein sehr lohnenswerter Besuch!

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