Kolumne

Papst Benedikt XVI. – der bayerische Papst

Von: Sabine Hutter

Josef Alois Ratzinger ist seit dem 19.4.2005 das Oberhaupt der katholischen Kirche. Er wurde am 16.4.1927 in Marktl geboren und war bereits als Kardinal sehr bekannt. Als Präfekt der Glaubenskongregation ordnete er 1998 die Öffnung der streng geheimen Archive des Vatikans an.

Sein Leben

Papst Benedikt XVI. im Jahr 2007 – Foto: Fabio Pozzebom

Josef Ratzinger wuchs in einem streng katholischen Elternhaus auf. Bereits als Kind war er Ministrant und ging in Aschau am Inn in die Grundschule. In den 1930er Jahren zog die Familie auf einen Bauernhof in Hufschlag in der Nähe von Traunstein. Seine Eltern schickten Josef auf das erzbischöfliche Studienseminar St. Michael, wo er durch seine überdurchschnittlichen Leistungen positiv auffiel. Mit 16 Jahren musste Josef Ratzinger als Flakhelfer dienen und besuchte in dieser Zeit das Gymnasium in München. Bereits damals gab er als Berufswunsch Priester an. 1944 wurde er zur Errichtung von Panzersperren ins österreichische Burgenland versetzt und kam 1945 kurzzeitig in amerikanische Kriegsgefangenschaft. In Traunstein machte er sein Abitur und anschließend studierte er katholische Theologie und Philosophie in Freising.

1953 wurde Ratzinger zum Doktor der Theologie promoviert und 1958 trat er eine Professur an der heutigen Ludwig-Maximilians Universität in München an.  Bereits ein Jahr später wurde er nach Bonn an den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie berufen. 1963 folgte er dem Ruf und wechselte nach Münster, wo seine Antrittsrede vor einem überfüllten Hörsaal stattfand.

Das Geburtshaus des Papstes in Marktl am Inn – Foto: Alexander Z.

1968 entstand sein Buch „Einführung in  das Christentum“, das vor allem Vorlesungen aus seiner Zeit als Professor in Tübingen enthielt, wo er von 1966 bis 1969 einen Lehrstuhl innehatte. 1976 wurde er Vizepräsident an der Universität Regensburg, an der er seit 1969 Dogmatik und Dogmengeschichte gelehrt hatte.

Der Weg zum Papst

1977 wurde er zum Erzbischof ernannt und bereits einen Monat später wurde er als Kardinalpriester in das Kardinalskollegium aufgenommen. Am 5.4.1993 wurde Ratzinger von Papst Johannes Paul II. zum Kardinalbischof ernannt und 2002 wurde er zum Kardinaldekan gewählt.

Bei seiner Wahl zum Papst war Josef Ratzinger 78 Jahre alt und war damit der älteste Kandidat seit 1730. Da seit 1523 kein deutscher Papst der oberste Herr der Kirche war, wurde seine Wahl mit der Schlagzeile: „Wir sind Papst“ von einer großen Deutschen Boulevard-Zeitung begrüßt.

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