Kolumne

E-Zigarette in Bayern heiß umstritten

E-Zigarette E-Zigarette
E-Zigarette

E-Zigarette

Als erstes Bundesland trat in Bayern das verschärfte Nichtraucherschutzgesetz zum Gesundheitsschutz für Nichtraucher durch eine rauchfreie Umwelt bereits im August 2010, abgestimmt per Volksentscheid, in Kraft.

Zum Ärgernis der etwa 2,5 Millionen bayerischen Raucher repräsentieren sich die Bayern allgemein als besonders penibel und kleinkariert. Trotz oder dennoch dieser Tendenz bleibt das Nichtraucherschutzgesetz umstritten.
[sws_yellow_box box_size=“640″]Inhaltsangabe
E-Zigarette in Bayern heiß umstritten
Konventionelle Tabakzigarette und E-Zigarette im Vergleich
Liquid als Träger des Risikos?
Quelle der Recherche
welt.de
egogreen-liquids.de
deutsche-apotheker-zeitung.de [/sws_yellow_box]

Auch das Aufkommen der E-Zigarette im Jahre 2006, die ein Teil der konventionellen Tabakraucher in Bayern als Chance zum Umstieg auf die innovative Form verleitete, konnte diese Umstrittenheit keineswegs minimieren. Aufgrund dessen, dass die möglichen Gefahren der E-Zigarette bis heute noch weitgehend ungeklärt sind, ist und bleibt der Konsum der E-Zigarette als Alternative zum Tabakkonsum höchst umstritten. Aus diesem Grund sind auch bis heute die Auflagen für den Verkauf von E-Zigaretten in Bayern streng reglementiert. Aufklärungsbedarf über die gesundheitlichen Folgen des innovativen Tabakgenusses, sind also durchaus vonnöten, denn kaum einer scheint über die möglichen Gefahren genaue Auskünfte geben zu können.

Schon vor einem Jahr ein Thema: Streit um elektrische Zigaretten

Konventionelle Tabakzigarette und E-Zigarette im Vergleich

Die E-Zigarette erscheint auf den ersten Blick durch ihre Gestalt, durch ihre Größe, Farbe und ihr Glut-LED-Lämpchen einer herkömmlichen Tabakzigarette zu verwechseln ähnlich. Einziges Unterscheidungsmerkmal ist der lästige, stinkende Qualm, den die E-Zigarette nicht absondert.

Der Qualm einer E-Zigarette stinkt nicht, sondern gibt im Gegenteil sogar aufgrund der Geschmacksvielfalt eine Vielzahl angenehmer Gerüche frei. Doch verschwinden mit dem stinkenden Qualm auch die Schadstoffe?

Einige Raucher, die bereits auf die elektronische Variante umgestiegen sind, verneinen, wenn auch mehr aus selbstschützenden- als aus wissenschaftlich fundierten Gründen vehement diese Frage. Hauptargument für die Unbedenklichkeit der E-Zigarette bei öffentlichen Debatte ist dabei die Tatsache, dass beim Rauchen einer E-Zigarette kein Tabak verbrannt wird. Dies allein sei schon Grund genug, die E-Zigarette als gesünder einzustufen als die normale Zigarette.

Kritiker des WHO, die ihr gesundheitliches Bedenken gegenüber der E-Zigarette von Beginn an äußerten, erkennen dieses Argument nicht an. Um die Pro- und Gegenargumentation im Hinblick auf die Gefahren der E-Zigarette einschätzen zu können, ist eine Auseinandersetzung mit der Funktionsweise einer elektronischen Zigarette unausweichlich. Bei einer E-Zigarette wird die Flüssigkeit Liquid, die Nikotin enthalten kann, durch einen Akku erhitzt. Der Dampf, der entsteht, ist dabei eine Folge dieser Hitzezufuhr. Nikotin ist unzweifelhaft gesundheitsschädlich, da es aber eben auch E-Zigaretten gibt, die kein Nikotin, sondern aromatische Stoffe nutzen wie Schokolade oder Banane, bleibt es strittig. Manch ein hat die E-Zigarette bereits aufgrund des fehlenden Tabaks und der strengen Richtlinien zum Arzneimittel erkoren. Dennoch gilt, die E-Zigarette ist kein Medizinprodukt.

Liquid als Träger des Risikos?

eZigarette rauchen

eZigarette rauchen

Die gesundheitliche Bedenken von Kritikern wird dem Liquid der E-Zigarette zugeschrieben. Problematisch erscheint bis heute die diffuse Rechtslage in der Bundesrepublik. Aufgrund der Kulturhoheit sind gesundheitliche Zulassungsbeschlüsse Ländersache. So fällt Liquid in Bayern bisher unter das Arzneimittelschutzgesetz. Der bayerischer Regierungssprecher Schuster stigmatisierte die E-Zigarette damit auch zum Medizinprodukt.

Eine E-Zigarette sei ein intervenierende Mittel zur Raucherentwöhnung im Sinne eines oralbefriedigenden Ersatzes ähnlich wie Raucherkaugummis oder -pflaster. Aus dieser Etikettierung folgt, dass in Bayer E-Zigaretten nur in Apotheken verkauft werden dürfen. Dies wurde jetzt aktuell durch das Verwaltungsgericht München jedoch angezweifelt und gab damit einem Händler recht, dem eine Lieferung beschlagnahmt wurde und dagegen geklagt hatte.

Die rechtliche Problematik resultiert übrigens auch daraus, dass die inhaltliche Zusammensetzung der Stoffe der E-Zigarette je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen kann. Aus diesem Grund ist eine pauschale Aussage über die Gefahren des Inhaltsstoffes Liquid kaum möglich. Bislang gilt in Bayern aber die Regelung, dass E-Zigaretten nur dann verkauft werden sollen, wenn sie kein Nikotin enthalten. Nikotinhaltige E-Zigaretten sind hingegen zulassungspflichtig. Auch das Liquid, das in allen E-Zigaretten enthalten ist, ist laut einiger Gesundheitsexperten bedenklich, weil die genauen Risiken der unterschiedlichen Liquidgemische noch bei Weitem unerforscht sind und Langzeitschäden vielfach auf Erfahrungswerten beruhen, die zu dieser Zeit noch nicht möglich sind.

Im Propylenglykol, einem Stoff des Liquid, wird dabei als eine der Hauptgefahren für mögliche Lungenerkrankungen angesehen. Das auch in anderen öffentlich zu erwerbenden Konsumgütern wie Frostschutzmittel, Zahnpasta und Reinigern enthaltene Propylenglykol ist ein Zusatzstoff, der für den Qualm der E-Zigarette verantwortlich.

Über diese geruchlose Chemikalie ist bereits bekannt, dass sie in größeren Mengen zu Reizungen und Rötungen der Haut führen kann.

In geringen Konzentrationen gilt der Zusatzstoff dennoch als unbedenklich, was sich auch am Einsatz in Pflegeprodukten nachweisen lässt. Die Gefahren, die der Konsum einer E-Zigarette aufgrund des Liquids in sich birgt, sind bis heute eher präventive Maßnahmen auf des geringen Forschungsstandes und der einhergehenden Unsicherheiten. Für die Raucher und Nichtraucher gilt es, dieses Forschungsdesiderat schnellstmöglich zu schließen und damit auch die Umstrittenheit der E-Zigarette aufzulösen. Bis dahin ist es die gesundheitlich sicherere Positionierung, der E-Zigarette ein gesundheitsgefährdendes Risiko zuzusprechen.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Elvira Gerecht
Mitte-Links: ©panthermedia.net Miriam Dörr

5 Kommentare zu E-Zigarette in Bayern heiß umstritten

  1. Danke für den beitrag. Was man bei allem hin- und her mal hausverstandsmäßig lesen sollte. Di e-zigarette ist eine alternative für R a u c h e r, die weiterhin nikotin konsumieren w o l l e n. Aber nicht mehr als 4000 andere stoffe, die beim tabakrauchen in kauf genommen werden müssen.
    Es ist ein hohn, wenn selbst die gegner sagen, dass die e-zigarette wesentlich unschädlicher ist und im selben atemzug die angeblich fehlenden studien (es gibt nämlich seeehr viele – z. b. http://www.rursus.de) als argument für eine zu tode-regulierung dieses hoffnungsträgers heranziehen.
    Es handelt sich um ein genussmittel und das muss nicht per se 100% gesund sein! siehe koffein, alkohol, schokolade, schweinebraten etc.
    Die erfolgsquote der bereits jetzt in den apotheken erhältlichen nikotinprodukte mit etwa 3% zeugt doch davon wohin der „gesunde“ medizinische weg führt:: wirkungslos, teuer, unattraktiv – das ist nur gut für die konzerne und nicht für die raucher. Die e-zigarette ist vielfältig, simuliert das rauchen und ist leistbar. so lange tabakzigaretten an jeder ecke zu haben sind muss das im sinne einer gleichbehandlung auch für die weniger schädliche alternative gelten!

  2. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht da: Als Söder noch Gesundheitsminister war, hat er die Risikobewertung des BfR offensichtlich vollständig gelesen, und auf abgeordnetenwatch ausgesagt, dass E-Zigaretten in Bayern vom Nichtraucherschutzgesetz ausgenommen sind.

    Das BfR sagt, dass es keine maßgeblichen gesundheitlichen Gefahren durch das Exhalat bei Dritten erwartet. Das erfährt man aber nur, wenn man die Untersuchung von 2006 im Original liest. Ansonsten findet man nur verstümmelte Zitate in Artikeln, die die EInschätzung des BfR komplett verzerrt widerspiegeln.

    Es gibt jede Menge wissenschaftliche Untersuchungen des Exhalats, die belegen, dass es keine gesundheitliche Gefährdung Dritter gibt.
    Die Tabakkontrolleure der WHO tun so, als existierten diese Untersuchungen nicht, und flüchten sich in die Unwissenheit, weil sie sonst anerkennen müssten, dass E-ZIgaretten harmlos genug sind, um eine Ausnahme vom Nichtraucherschutz bilden zu können – und hinsichtlich unseres Grundgesetzes, Artikel II, auch zu müssen. Und das passt denen nicht.

    „verneinen, wenn auch mehr aus selbstschützenden- als aus wissenschaftlich fundierten Gründen“

    Dieses Zitat ist eine echte Unverschämtheit, wenn man sich überlegt, dass es inzwischen über 70, darunter hochkarätige Untersuchungen gibt, die allesamt der E-Zigarette entweder auf den 1. Blick ihre Unbedenklichkeit bescheinigen, oder aber von Seiten der E-Zigarettengegner angeführt werden, um ihre Bedenklichkeit herbeizureden, sie aber bei genauem Hinsehen (und mit etwas wissenschaftlichem Verständnis) entlasten. Als Beispiele für letztere seien die FDA-TSNA-Untersuchung und die CHEST-Studie. Ausführliche und auch für Laien verständliche Erklärungen finden sich auf http://www.rursus.de

    Diese Debatte wird von Seiten der Konsumenten mit wissenschaftlichen Fakten geführt, und von Seiten der E-Zigarettengegner geht es um Ideologie, und um Geld. Von deren Seite wird nichts unversucht gelassen, um die wissenschaftlichen Fakten auf keinen Fall an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Sie greifen zu Polemik und miesen, manipulativen Tricks. SIe haben ein vielfach größeres Budget und sie manipulieren mithilfe der Massenmedien auf emotionaler Ebene. Wie man auch hier wieder sieht: MIt Erfolg. Wer auf einer renommierten Seite publiziert, hat Recht, und wer im Kleinen bloggt, ist ein Spinner, womöglich ein Verschwörungstheoretiker. Aber niemand macht sich mal die Mühe, den Wahrheitsgehalt der Aussagen der E-Zigarettenbefürworter zu überprüfen – indem er schlichtweg die Originalstudien liest.

    Propylenglykol ist einer der am besten erforschten Stoffe überhaupt, schon seit den 50ern wird daran geforscht. PG und VG, die Hauptbestandteile des Liquids, sind das gleiche Zeug, das in Diskonebel verdampft wird. Dafür gibt es noch nicht einmal eine maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK), und das Zeug wird in Diskos LITERWEISE vernebelt – in E-Zigarettentanks befindet sich meist ein Tank mit 1,5 MILIlitern der Flüssigkeit.
    Es ist übrigens nicht für den weißen Dampf verantwortlich, sondern ist der Trägerstoff für das Aroma. Den weißen Dampf macht der Anteil Glycerin.

    Erwähnen sollte man vielleicht auch noch, dass alle vier Inhaltsstoffe (Propylenglykol, Glycerin, Nikotin und Aroma) in Tabakzigaretten ebenfalls vorkommen. Erstere als Feuchthaltemittel für den Tabak. Man haut sich also nichts Neues rein, man lässt nur die Abbrennprodukte weg, sowie die Giftstoffe, die sich z.B. in dem Aufdruck, im „EU-Sicherheitspapier“, und auch in der Tabakpflanze befinden – wie z.B. Pflanzenschutzmittel oder sogar radioaktive Stoffe. Zu den genauen, gefährlichen Inhaltsstoffen, die in der Tabakzigarette vorhanden sind, in der E-Zigarette hingegen NICHT, hat ausgerechnet die WHO-Tabakkontrolle 2011 ein hübsches Bildchen gebastelt, hier zu finden auf der 3. Seite:
    Auch das wieder eine Quelle, die die E-Zigarette eigentlich BE-lasten soll, sie aber beim genauen Hinsehen ENTlastet. Das Beste daran: Die größten Feinde der E-Zigarette dürften bei der Frage, ob die für das Produkt positiven Ergebnisse, zu denen sie kommen, „gekauft“ sind, über jeden Zweifel erhaben sein.

    http://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Deutsche_Konferenzen_fuer_Tabakkontrolle/9_Deutsche_Konferenz_fuer_Tabakkontrolle/Katrin_Schaller_2011.pdf

    Die Risikobewertung des BfR, man beachte insbesondere Punkt 3.1.2
    http://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_raet_zur_vorsicht_im_umgang_mit_elektronischen_zigaretten.pdf

    Rursus ist Konsument und E-Zigarettenaktivist. In seinem PDF finden sich außer den bereits erwähnten Analysen auch Links zu zahllosen Originalquellen:

    http://www.rursus.de/docs/Fakten_zur_eZigarette_1.0.pdf

  3. Marcus Agrippa // 11. August 2013 um 17:33 //

    Elektrische Zigaretten gibt es seit …40 Jahren. So viel zum Unbekannten…
    Alle Zutaten, die in E-Zigaretten konsumiert werden, wurden mehrfach wissenschaftlich untersucht und für unbedenklich befunden, sowohl für die Konsumenten selbst, wie auch für Dritte.

    Der ganze Artikel besteht aus alten, widerlegten Behauptungen von Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum Karlsruhe, das sich wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert hat beim Thema E-Zigarette.
    Weil die elektrische Zigarette nun mal der Tabakzigarette ÄHNELT, wird sie verteufelt, unter Hinzuziehung von längst widerlegten Behauptungen.
    Man sollte einen Knollenblätterpilz tunlichst nicht mit einem Champignon verwechseln, obwohl die sich auch ÄHNELN…

  4. Dampferin // 11. August 2013 um 18:30 //

    Sie können gerne recherchieren im Fachportal
    http://www.dampfertreff.de

    Vielleicht bringen einige bessere und auch ehrlichere Fakten ( als meist von den Medien und Politik recherchiert ) mehr Licht in Ihr Dunkles 🙂

  5. Hinweis // 11. August 2013 um 18:41 //

    Denk mal drüber nach ob du wirklich so einfältig sein musst um von Dingen zu berichten von denen du keine Ahnung hast.^^ Nur mal ein Statement aus einem Forum zu deinem wirklich schlechten Beitrag:

    Tut mir leid, aber ich sehe dort nichts, das Hand und Fuß hat.

    Zitat:
    Die E-Zigarette erscheint auf den ersten Blick durch ihre Gestalt, durch ihre Größe, Farbe und ihr Glut-LED-Lämpchen einer herkömmlichen Tabakzigarette zu verwechseln ähnlich.

    Abgebildet wurde aber eine Frau mit einem Clearo auf eGo-Akku. Da wird doch nachgeplappert, was in Bild und Co. steht.

    Zitat:
    So fällt Liquid in Bayern bisher unter das Arzneimittelschutzgesetz

    Was soll ein Arzneimittelschutzgesetz sein?

    Zitat:
    Aus dieser Etikettierung folgt, dass in Bayer E-Zigaretten nur in Apotheken verkauft werden dürfen.
    […]
    Bislang gilt in Bayern aber die Regelung, dass E-Zigaretten nur dann verkauft werden sollen, wenn sie kein Nikotin enthalten. Nikotinhaltige E-Zigaretten sind hingegen zulassungspflichtig.

    Ebenfalls Unsinn.

    Zitat:
    … dass die inhaltliche Zusammensetzung der Stoffe der E-Zigarette je nach Produkt sehr unterschiedlich ausfallen kann. Aus diesem Grund ist eine pauschale Aussage über die Gefahren des Inhaltsstoffes Liquid kaum möglich.

    Diese Aussage ist wieder nachgeplappert aus anderen Medien.
    Es gibt nun wirklich nicht viele Möglichkeiten für die Zusammensetzung, wenn es dampfen soll – PG, VG oder PVG plus ein wenig Aroma.

    Den Teil über PG hat Steffen schon zitiert.

    Zitat:
    … präventive Maßnahmen auf des geringen Forschungsstandes und der einhergehenden Unsicherheiten. Für die Raucher und Nichtraucher gilt es, dieses Forschungsdesiderat schnellstmöglich zu schließen …
    Bis dahin ist es die gesundheitlich sicherere Positionierung, der E-Zigarette ein gesundheitsgefährdendes Risiko zuzusprechen.

    Wenn jemand die Dampferszene auch nur ein wenig verfolgt, kann er eigentlich gar nicht NICHT mitbekommen haben, dass es genug Veröffentlichungen gibt, die diese Unsicherheiten beseitigen. Da gibt jemand ohne Ahnung wieder, was er woanders mal gelesen hat.

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