Kolumne

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg – die älteste Uni Bayerns

Von: Sebastian Herbst

Es gibt im Grunde zwei Arten von Universitäten – einmal die neuen, hochmodernen Unis, die oft auch innerhalb eines ganzen Campus verbaut sind. Und dann noch die alten, erhabenen Universitäten, die noch aus einer Zeit stammen, in der das Studium ausschließlich den oberen 10.000 vergönnt war, die heute jedoch selbstverständlich offen für jedermann sind. Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg gehört zweifelsohne zur zweiten Kategorie.

Eines der vielen Gebäude der Uni Würzburg: die alte Universität – Foto: Robert Emmerich

Mit ihrer erstmaligen Gründung im Jahre 1402 ist sie gleich die älteste Universität Bayerns – wenngleich der Lehrbetrieb damals bereits nach Kurzem eingestellt werden musste, da der Fürstbischof starb, die Studenten einem allzu ausschweifenden Lebensstil nachhingen, die Finanzierung der Uni nicht gesichert war und zu guter Letzt auch noch der Kanzler der damals noch „Hohen Schule zu Würzburg“ genannten Einrichtung ermordet wurde.

So dauerte es fast 200 Jahre, bis die Universität im Jahr 1582 neu gegründet wurde (auf dem Siegel steht 1583, was jedoch daran liegt, dass das Siegel erst im Jahr nach der Neugründung angefertigt worden war), doch dieses Mal ging man auf Nummer sicher: Die Finanzierung wurde exakt geplant, die Verhaltensweisen der Studenten stark reglementiert.

Und so hat es die Julius-Maximilians-Universität Würzburg bis heute geschafft, den Lehrbetrieb aufrecht zu erhalten. Heute studieren hier über 22.000 Studenten, die Hochschule gehört zudem der Coimbra-Gruppe an, ein Netzwerk, bestehend aus 38 führenden, europäischen Universitäten. Aus Deutschland gehören lediglich drei weitere Universitäten dieser Gruppe an, aus Bayern ist Würzburg die einzige – da ist für Bayerns älteste Universität doch einmal ein Lob angebracht.

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