Kolumne

Die Jugendweihe in Bayern

Jugendweihe in Bayern Jugendweihe in Bayern
Jugendweihe in Bayern

Jugendweihe in Bayern

Die Jugendweihe (auch unter dem Namen Jugendfeier bekannt) stellt eine alternative Initiation zum Erwachsenwerden dar.

Sie wird zur heutigen Zeit von Kindern angenommen, die weder eine Kommunion oder Konfirmation für sich in Betracht ziehen, jedoch ihren Einstieg ins erwachsene Alter feiern wollen.

Die Jugendweihe trat zur Zeit der bürgerlichen Revolution in den Jahren 1848/49 auf.

Sie wurde von Gemeinden mit einer offenen und aufgeklärten Weltanschauung etabliert, denn diese wollten nicht den kirchlichen Gedanken teilen und sich davon abheben. So kam der Gedanke zur Jugendweihe auf. Diese soll die Jugendlichen auf den richtigen Weg bringen und wurde im Alter von 14 Jahren vollzogen. Vor der Jugendweihe wurde dann auch passend über mehrere Wochen Unterricht zur freigeistigen Weltanschauung veranstaltet. Dieser kulturgeschichtliche fundierte Moralunterricht war seinerzeit sehr gefragt bei vielen Jugendlichen, da die Kirche immer mehr abgelehnt wurde. Selbst in den sehr christlichen Ländern Bayern und allgemein dem Süden Deutschlands.

Jugendweihe 1964/65

Geschichte der Jugendweihe

Nach dem Auftauschen der Jugendweihe trat diese immer stärker in Erscheinung, bis sie zur Zeit der Weimarer Republik ihren Höhepunkt erreichen konnte.

Sie war unter der Arbeiterbewegung am weitesten verbreitet und sehr beliebt. Immerhin eine echte Alternative zur Kirche.

Die Kinder erhielten zurzeit ihres Schulaustrittes diese Initiation und am Ende bekamen sie dafür Erinnerungsblätter, ein Gelöbnis und auch ein Gedenkbuch. Die Feier wurde mit Gesang und Rezitationen gefeiert.

Während der Weimarer Republik nutzten viele Kinder der SPD, KPD, Anarchisten und Anarchosyndikalisten diese Feier vor allem, um ihre Ausstieg aus der Kinderzeit zu zelebrieren. Während des Nationalsozialismus wurde die Jugendweihe verboten und erst danach konnte sie sich wieder entwickeln. In Ostdeutschland wurde die Jugendweihe übrigens sehr stark gepflegt und Kinder durften ohne sie zum Beispiel kein Abitur machen. Zu den Geschenken am Ende der Zeremonie wurden in Ostdeutschland vor allem welche über den Kommunismus und die Wissenschaft mitgegeben.

Die heutige Jugendweihe

Nach der Wende wurde die Jugendweihe zurzeit des geteilten Deutschlands stark kritisiert und so ging sie ein wenig unter. Heutzutage gibt es aber wieder viele Organisationen und Gemeinden, die die Jugendweihe aktiv anbieten. Diese sind meist freidenkerisch, freikirchlich, freigeistig und humanistisch geprägt, denn das sind die Hauptziele der Jugendweihe. Der Mensch soll sich als sich selbst sehen und mit Klugheit und Moral durch das Leben gehen.

Nach den Ansichten der Jugendweihe gibt es nur ein Leben vor dem Tod und dieses muss von jedem Menschen für sich selbst gestaltet und genommen werden. Beim Humanistischen Verband Deutschlands werden die Jugendweihen übrigens Jugendfeiern genannt um sich noch mehr von einer Zeremonie abzuheben, denn die Jugendlichen sollen nicht geweiht, sondern auf die weiteren Lebensjahre vorbereitet werden. Zur heutigen Zeit wird das Programm zur Jugendfeier in Bayern für Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren empfohlen, denn so können versteckte Talente, Erfahrungen und neue Denkweisen gefördert bzw. überhaupt erst entdeckt werden.

Workshops und Kennenlernen

Workshops und Kennenlernen

Sie wird durch Workshops strukturiert, die sich alle mit verschiedenen Themen befassen. Meistens beginnt es mit einem Kennenlernwochenende, bei dem über zwei Tage hinweg über den Humanismus informiert wird.

Danach folgen weitere Workshops über die Bereiche „Übersinnliche Phänomene“ und den „Buddhismus“. Diese Themen können variieren und auch aus einem Programmkatalog von den Jugendlichen selbst ausgesucht werden.

Die Zeit wird dabei aber immer dafür genutzt, die Kinder auf alles vorzubereiten und ihnen neue Weltanschauungen zu bieten. Ein besonderes Highlight sind die Jugendfahrten. Diese gehen meistens in große Städte wie Berlin. Bei dieser lernen die Kinder neue Freunde kennen und können noch mehr Erfahrungen sammeln. Diese kostet zwar etwas, doch werden in den vier Tagen über Themen wie Politik, Zeitgeschichte, Kultur und Outdoor informiert. So wird der Horizont noch ein wenig erweitert. Nach diesen Vorbereitungen wird die richtige Jugendfeier veranstaltet, die die Kinder bei dem Schritt zum erwachsen werden vereinfachen.

Auftritt zur Jugendweihe am 14.05.11 in NDH

Fazit

Die Jugendfeier hat also ein sehr umfangreiches Programm und wartet mit interessanten Elementen auf. Diese kommen im Kern aus dem Bereich Kunst, Kultur und Musik.

Auch besinnliche und unterhaltsame Elemente kommen zum Tragen. Nach der Feier, bei der alle Angehörigen zu Gast waren, um mit den nun Erwachsenen zu feiern, gibt es für diese danach natürlich von der Familie und den Freunden noch Geschenke. Das Typische dabei ist natürlich der Umschlag mit Geld und anbei noch eine tolle Danksagungskarte.

Darüber freuen sich die Jugendlichen immer. Doch auch Sachgeschenke sind sehr willkommen. Bei diesen sollte jedoch auf die Bedürfnisse und Wünsche des Beschenkten eingegangen werden. Zur heutigen Zeit ist natürlich die Elektronik immer sehr willkommen und auch Reisen sind empfehlenswert. Ein Sparbuch ist neben dem Geldgeschenk eine gute Anlage für das Kind. Aber es sollte auch vorher ruhig mit dem Kind über mögliche Geschenke gesprochen werden.

Bildquellen
Artikelbild: ©panthermedia.net Yuri Arcurs
Mitte-Links: ©panthermedia.net Cathy Yeulet

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