Kolumne

Der erste deutsche und natürlich bayerische NBA-Sieger: Dirk Nowitzki

Von: Tilman Weigel

Bayern in Amerika, das geht nicht immer gut. Der vor den Nazis geflohene Schriftsteller Oskar Maria Graf war im Exil so sehr von Heimweh geplagt, dass er mit Lederhosen durch New York lief. Löb Strauß alias Levi Strauss dagegen stieg in den USA vom armen Hausierersohn zum reichen Unternehmer auf.

Dirk Nowitzki im Tirkot der Dallas Mavericks – Foto: Keith Allison

Dirk Nowitzki jedenfalls hat noch niemand heimwehkrank mit Lederhose und Dreispitz durch Dallas laufen sehen. Denn der Most Valuable Player (wertvollster Spieler) der Spielzeit 2007/2008 und NBA-Meister des Jahres 2011 kommt aus Würzburg. Dort spielte er zunächst Handball und Tennis und kam erst relativ spät zum Basketball. Der ehemaliger Basketball National-Spieler Holger Geschwindner erkannte sein Talent und ist bis heute Manager und persönlicher Trainer des Stars.

Ganz zufällig ist Nowitzkis Weg zum Basketball aber nicht. Immerhin war seine Mutter Helga einst Nationalspielerin und auch seine Schwester Silke spielte für die Deutsche Nationalmannschaft. Ab 1994 spielte Dirk Nowitzki für die DJK Würzburg, deren Basketball-Profis heute s.Oliver Baskets heißen. Doch schon 1998 entdeckten Talent-Sucher der amerikanischen Basketball-Liga NBA den Würzburger und holten ihn nach Dallas zu den dortigen Mavericks.

Für die Amerikaner ist der gebürtige Franke das “German Wunderkind“. Viele bezeichnen ihn als den besten europäischen Spieler, den es je gegeben hat, andere sogar als einen der besten Basketballer der letzten Jahre. Aber erst 2011 war es dann endlich soweit: Die Dallas Mavericks wurden nordamerikanischer Basketballmeister. Für viele Beobachter war das nicht zuletzt Nowitzkis Verdienst. Denn der gebürtige Würzburger ist mit seiner Körpergröße von 2,13 Meter nicht nur in Korbnähe stark, sondern ein guter Distanzschütze.

In der Nationalmannschaft sah man Dirk Nowitzki dagegen zuletzt eher selten. Für die Basketball Europameisterschaften 2009 und den Weltmeisterschaften 2010 gab er dem Nationaltrainer einen Korb, um sich ganz auf sein Spiel bei den Dallas Mavericks zu konzentrieren. Immerhin zahlen ihm die etwa 20 Millionen US-Dollar im Jahr, was ihn zum am besten bezahlten deutschen Sportler macht.

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