Kolumne

Bad Reichenhall: aus Salz geboren

Bad Reichenhall in Bayern Bad Reichenhall in Bayern
Bad Reichenhall in Bayern

Bad Reichenhall in Bayern

Von der Natur ist Bad Reichenhall mehr als reichlich gesegnet, und die natürlichen Schätze sind auch das größte Kapital der Bad Reichenhaller Wirtschaft. Fremdenverkehr und Kurbetrieb gelten als wichtige Standbeine.

Dabei liegt der Trend eindeutig in Richtung nachhaltiger Tourismus. Beispielsweise gehört Bad Reichenhall den Alpine Pearls, einer Kooperation von fast 30 Gemeinden aus sechs Alpenstaaten.

Umweltfreundliche Freizeitangebote und Mobilität am Urlaubsort ohne Auto gehören unter anderem zu den Zielen der Vereinigung. Dank der klimatisch günstigen Lage im Talkessel an der Saalach trägt Bad Reichenhall den Spitznamen „Meran des Nordens“. Den Aufstieg zur blühenden Stadt mit heute rund 17.500 Einwohnern verdankt Bad Reichenhall dem „weißen Gold“, den reichen Salzvorkommen in der Region. Ausgrabungen deuten darauf hin, dass im Reichenhaller Raum schon zwischen 2.600 bis 2.300 vor Christi Geburt feste Siedlungen standen. Auch Wege, auf welchen umfangreiche Handelsbeziehungen unterhalten wurden, dürften um diese Zeit schon existiert haben.

Bad Reichenhall Predigtstuhl Seilbahn

Jahrhunderte später hatten sich die Kelten in der Region angesiedelt, die hier auch ein kulturelles Zentrum besaßen und mit der Salzsiedetechnik über eine fortschrittliche Technik zur Salzgewinnung verfügten.

Aber erst die Römer, die sich ab 15 v. Chr. niederließen, bauten die Produktion von Salz so massiv aus, dass der Raum Reichenhall als der wichitgste Produzent von Salz im gesamten Alpenraum galt. Bayernherzog Theodo schenkte dm ersten Bischof von Salzburg ein Drittel der Reichenhaller Saline, die nun für ein halbes Jahrtausend lang die wichtigste Einnahmequelle des Bistums war.

Noch vor der ersten Jahrtausendwende entstand mit Reichenhall, das damals Hal genannt wurde, der Handelsweg Goldener Steig, der sich zum wichtigsten in Süddeutschland und Böhmen entwickeln sollte. Neben dem Salzburger Erzbischof waren während des Mittelalters auch die Haler Bürger und das Kloster Sankt Zeno besitzer der Solequellen. Das führte in den folgenden Jahrzehnten zu Verwicklungen wie den „Salzirrungen“, einer Auseinandersetzung wegen des Salzabbaus in Berchtesgaden.

Salz aus Bad Reichenhall

Salz aus Bad Reichenhall

Die Stadt wurde 1196 von einer Strafexpedition des Salzburger Bischofs sogar komplett zerstört, weil der Zehent nicht entrichtet worden war. In Bedrängnis kam Bad Reichenhall auch, weil die Qualität des Salzes unter dem vermehrten Eindringen von Süßwasser in die Sole litt.

Erst als Herzog Albrecht IV. von Bayern ab 1493 größere Anteile an den Salzsiedeanlagen kaufte, wurde das Süßwasserproblem angegangen, indem die Solequellen zusammengefasst wurden.

Ab 1619 wurde das Salzwesen wieder zu einem bayerischen Staatsmonopol, das sogar den wichtigsten Wirtschaftszweig im Herzogtum darstellte. Ein Jahrhundert später wurde die Saline in Reichenhall umfassend modernisiert, weil es immer größere Qualitätsprobleme beim Reichenhaller Salz gab. Jedoch legte das Salz auch den Grundstein für die touristische Entwicklung. So wurde aus Reichenhall 1846 ein Kur- und Badeort, seit 1890 darf die Stadt außerdem den Namenszusatz „Bad“ führen. Heute wird das „Reichenhaller Markensalz“ zudem in zahlreichen Ländern weltweit vermarktet.

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