Kolumne

Walkmühle Gundelfingen – die wiederentdeckte Perle

Von: Marcus Schweizer

Ende des letzten Jahrhunderts, genauer im Jahr 1994, entdeckte die schwäbische Stadt Gundelfingen eine seiner Perlen wieder. Die Walkmühle ist heute ein wahres Schmuckstück von Gundelfingen an der Donau und bereichert das kulturelle Leben der kleinen Stadt. Die Räume stehen jedem Besucher nach Anmeldung offen.

Schmuck, die Waldmühle – Foto: Stadt Gundelfingen

Hier werden Vorträge gehalten, Kurse veranstaltet oder Ausstellungen gezeigt. Das obere Stockwerk der Walkmühle zeigt Dinge aus dem Leben der vergangenen Jahrhunderte. Es ist heute kaum mehr vorstellbar, welch Mühsal die Leute früher auf sich laden mussten. Das freie Gelände rund um das Gebäude bietet zudem Platz für verschiedene Veranstaltungen. So findet hier nicht nur regelmäßig der Weihnachtsmarkt statt, auf dem sich Jung und Alt tummeln, auch Krippenausstellungen, eine Patchwork-Ausstellung oder Veranstaltungen der VHS können besucht werden.

Regional ist der Platz auch als „Obere Bleiche“ bekannt. Bleichen erinnert an Wäsche bleichen und hier schlägt sich eine Brücke zur Geschichte der Walkmühle. Sie war früher ein Ort für das verarbeitende Handwerk gewesen. Um es genauer zu sagen waren hier die Tuchmacher ansässig. Durch den Fluss Brenz konnten die Handwerker die Wasserkraft für die Herstellung von Stoffen nutzen und der Platz vor dem Haus war nötig, um die Stoffe zu trocknen und zu verarbeiten. Die im Jahre 1730 gebaute Walkmühle und das Grundstück zeigen, dass es ein einträgliches Geschäft gewesen sein muss und Gundelfingen wohl zu den eher wohlhabenden Städten gehörte. Zu erreichen ist die Walkmühle über die Innenstadt in Richtung Bahnhof, wenn man vom Rathaus kommend rechts zur Brücke über den Fluss Brenz abbiegt, alternativ vom Rathaus über den Fußweg Schaberlache/Im Deil oder die Günzburger Straße entlang, vorbei am Kriegerdenkmal.

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