Kolumne

Urlaub in Niederbayern: Nationalpark Neuschönau

Von: Tanja Ranzinger

Im Oktober 1970 wurde der Nationalpark Bayrischer Wald als erster seiner Art gegründet. In diesem, zu den größten Waldgebieten Deutschlands zählenden Areal, konnte sich seither Fauna und Flora ungestört erholen und regenerieren. Um sich einen Eindruck von der großartigen Natur zu verschaffen, lädt ein Bereich besonders ein: der Nationalpark Neuschönau. 

Reichhaltiges Angebot für Naturfreunde und Sportbegeisterte

Durch Baumkronen wandern: der Baumwipfelpfad Neuschönau – Foto: High Contrast

In der Nähe der Ortschaft Neuschönau beginnt der Baumwipfelpfad. Auf gering gehaltenen Steigungen können Sie nahe der Baumwipfel durch den Wald wandern und sozusagen die Bäume aus der Vogelperspektive erleben. Neben grandiosen Ausblicken vom Pfad, der sich auf einer 1.320 Meter hohen Anhöhe befindet, ist der Baumturm sicher einer der Höhepunkte. Er ist komplett barrierefrei und ermöglicht das ganz besondere Naturerlebnis. Der Pfad ist ganzjährig geöffnet und wurde als „Innovativstes Aktivangebot“ mit dem Tourismus Award ausgezeichnet.

Unter den vielen, sorgfältig angelegten und gepflegten Wandergebieten im Nationalpark Neuschönau gehört der Lusen zu den bekanntesten. Vorbei an der Himmelsleiter, dem Teufelsloch und verschiedenen Hütten können die Gipfel wandernd gut erreicht werden. Um den Hausberg des Gebietes, den Lusen ranken sich allerlei Sagen. So soll er entstanden sein, weil der Teufel dereinst alle Schätze der Welt zusammentrug. Um sie zu verstecken, schleppte er Felsen herbei und türmte sie auf seinen Schatz. So entstand der Sage nach der Berg Lusen. Manchmal soll er nach dem Rechten sehen und auf dem Berg verschnaufen. Dann muss man aufpassen, dass man ihm nicht auf den sehr langen Schwanz tritt, denn der Teufel ist kitzelig, und nimmt Störenfriede auf der Stelle mit.

Einzigartig in Europa

Blick vom Lusen über den Nationalpark Neuschönau – Foto: Kurt Seebauer

Der Bayerische Wald ist einzigartig auf unserem Kontinent. Nirgendwo darf ein so großes Waldgebiet sich entwickeln, ohne dass der Mensch eingreift. Entsprechend sind hier Tiere noch oder auch wieder heimisch, die einmal in ganz Deutschland zu finden waren, aber überall nahezu vollständig verdrängt wurden. Sehr bekannt sind die Luchse und Wildkatzen, deren Population sich im Bayerischen Wald erfreulich erholt. Um sich einen Eindruck von der beeindruckenden Tierwelt zu verschaffen, gibt es im Nationalpark Neuschönau ein begehbares Tierfreigehege. Auf zirka sieben Kilometern Rundwanderweg können Sie heimische Tiere wie Otter oder Biber, aber auch in freier Wildbahn ausgestorbene Tiere wie Wisente oder Bären beobachten.

Auch im Winter lädt Niederbayern in seinen Nationalpark Neuschönau ein. Ob Sie sich von der märchenhaften Schneelandschaft verzaubern lassen möchten oder Wintersport betreiben wollen, die als schneesicher geltenden Wintersportgebiete versprechen Vergnügen für jung und alt. Gut gespurte Loipen laden zum Langlauf ein. Skipisten verschiedener Schwierigkeitsgrade bieten Ski- und Snowboardfans optimale Voraussetzungen. Auch hier steht der Naturschutz im Vordergrund und es ist interessant zu sehen, dass sich Wintersport und Umwelt- und Landschaftsschutz keineswegs gegenseitig ausschließen müssen.

Einzigartige Natur, herzliche Gastfreundschaft, Sport und Wellness sowie Tradition und Moderne bilden den Mix, der den Naturpark Neuschönau zum gefragten Ziel für Urlauber jeden Alters und Geschmacks macht.

Kommentar hinterlassen