Kolumne

St. Maria und St. Korbinian – Der Dom zu Freising

Von: Michael Neißendorfer

Das weithin sichtbarste Wahrzeichen Freisings ist der Dom St. Maria und St. Korbinian, auch Mariendom genannt. Bevor 1821 die Kathedrale des Erzbistums München und Freising nach München verlegt wurde, war Freising Bischofssitz. Heute hat der Mariendom den Rang einer Konkathedrale.

Außen schlicht – Innen prächtig

Der Dom zu Freising – Foto: Violatan

Der Bau wirkt von außen sehr schlicht, und offenbart erst im Innenraum eine atemberaubende Schönheit und Reichhaltigkeit. Keine geringeren als die Gebrüder Asam statteten die fünfschiffige Kirche so aus, wie sie heute zu sehen ist: Rokoko in seiner schönsten Form, viel Schnörkel, viel Gold, aufwändige Fresken. Der imposante Eindruck wird beim Betreten der Kirche dadurch verstärkt, dass man von der Vorhalle in den Kirchenraum einige Stufen hinuntersteigen muss.

Schon 1.000 Jahre vor den Gebrüdern Asam stand auf dem Freisinger Domberg eine Kirche, die 739 als Bischofskirche eingerichtet wurde. Der heutige Bau wurde 1159 begonnen, war zu Beginn romanisch, wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und erstrahlt seit knapp 300 Jahren in prächtigem Rokokogewand.

Der heilige Korbinian

Das prächtige Innere des Doms – Foto: Richard Huber

Beim Besuch des Mariendoms sollte man sich auf keinen Fall die etwas versteckte Krypta unter dem Altarraum entgehen lassen. Man steigt ein paar Stufen wie in eine andere Zeit hinab in einen romanischen Gewölbebau aus dem 12. Jahrhundert. Dort ruhen, in einer Nische in einem goldenen Schrein, die Überreste des heiligen Korbinian, desjenigen Wanderbischofs aus Arpajan südlich von Paris, auf den die Gründung der Diözese zurückgeht. Sein Wappentier, der Bär, ist aus Freising nicht wegzudenken – und auch im Freisinger Stadtwappen enthalten.

Kommentar hinterlassen