Kolumne

Sommerzeit ist Zwetschgendatschi-Zeit

Von: Eranie Funderburk

Der Zwetschgendatschi ist ein Zwetschgenkuchen, den man schon im Sommer in ganz Bayern genießen kann. Mit einem Klecks Sahne schmeckt der Blechkuchen sogar noch besser. Es handelt sich hierbei nicht um einen gewöhnlichen Pflaumenkuchen. Die Zwetschge ist nämlich eine Unterart der Pflaume und besitzt eine längliche Form. Geerntet werden die Zwetschgen von Juli bis in den Oktober hinein. Möchte man besonders süße Früchte für den Kuchen verwenden, dann sollte man diese nicht zu früh ernten. Je reifer die Zwetschgen sind, desto süßer ihr Geschmack.

Was bedeutet „Datschi“ überhaupt?

Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen, oder? Foto: Mufi69

Das Wort „Datschi“ stammt vom ober- oder mitteldeutschen Wort „detschen“ oder „datschen“. Wenn man eine Zwetschge in den Teig „datscht“, dann drückt man die Frucht in den Teig hinein. Es gibt aber auch eine andere Theorie, die besagt, dass der Name vom Wort „Datsche“ stammt. „Datsche“ ist ein anderer Begriff für Landhaus. In den Landhäusern wurden früher die Zwetschgendatschi gebacken.

Wer hat den berühmten Blechkuchen erfunden?

Wie der Zwetschgendatschi entstanden ist, das weiß man leider nicht mehr so genau. Erfunden wurde diese Leckerei von den Augsburgern. Der Kuchen sieht in seiner Form der sogenannten Zirbelnuss, dem Stadtwappen der Stadt, ähnlich. Augsburg wird auch liebevoll „Datschiburg“ genannt. Der Augsburger Zwetschgendatschi gilt als die kulinarische Spezialität der Stadt. In ganz Bayern wird dieser Blechkuchen fast überall nach dem Originalrezept gebacken.

Wie backt man einen Zwetschgendatschi?

Die Zwetschge hat im Gegensatz zur Pflaume eine längliche Form – Foto: Genet

Echte Zwetschgenkuchen-Jünger backen ihren Zwetschgenkuchen traditionell mit einem Mürbeteig. Es gibt auch die Variante mit einem Hefeteig, doch wir halten uns an das Original. Runde Formen sind übrigens verpönt. Wer einen echten Zwetschgendatschi backen möchte, der hält sich an die Form des Backblechs und verteilt den dünn ausgerollten Teig über die gesamte Fläche.

Rezept für den Augsburger-Zwetschgendatschi

Für den Teig benötigt man etwa 500 Gramm Mehl, ¼ Liter Milch, 30 Gramm Hefe, 1 TL Zucker, dann noch einmal 125 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, 2 Eier, 1 gestrichener TL Backpulver und eine Prise Salz.

Ob nun der Datschi dem Augsburger Wappen ähnlich sieht oder nicht, dürfen Sie selbst entscheiden.

Das Mehl wird zu einem kleinen Hügel aufgetürmt und in der Mitte wird eine kleine Vertiefung gemacht. Die Hefe wird mit einer kleinen Menge lauwarme Milch, mit dem TL Zucker vermischt und in die Vertiefung gegossen. Etwas Mehl vom Rand kann man dann in die Vertiefung streuen. Die Hefe muss anschließend aufgehen. Deshalb den Hügel mit einem Küchentuch abdecken und stehen lassen. Der Teig ist damit allerdings noch nicht fertig. Sobald der Hefeteig aufgegangen ist, werden in die kleine Kuhle Butter, die restliche lauwarme Milch, 125 Gramm Zucker, Salz und die Eier beigemengt. Jetzt wird es schweißtreibend, denn beim Kneten muss man wirklich alles geben, und zwar bis der Teig sich von der Schüssel löst. Anschließend muss der Teig noch einmal zugedeckt an einem warmen Ort ruhen und aufgehen. Nach der Ruhezeit wird der Teig auf dem Blech flach ausgerollt.

Damit der Teig nicht am Blech festklebt, sollte man das Blech mit Mehl und Butter versehen. Der dünn ausgerollte Teig muss dann noch einmal zehn Minuten zugedeckt ruhen. Die entsteinten und halbierten Zwetschgen werden nun eng in Reihen auf dem Teig verteilt. Bei 200 Grad wird der Zwetschgendatschi anschließend für etwa 40 Minuten im Ofen gebacken. Erst wenn die Teigränder eine goldgelbe Farbe angenommen haben, ist der Blechkuchen fertig. Jetzt kann man die Zwetschgen noch mit etwas Zucker bestreuen.

Sobald der Zwetschgendatschi abgekühlt ist, kann man diesen in kleine rechteckige Stücke schneiden und es sich anschließend schmecken lassen.

Viel Vergnügen und guten Appetit!

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