Kolumne

So gestehen echte Bayern ihre Liebe: Das Bäumchen-Stecken

Von: Sabine Hutter

foto-sabine-2Das „Maien Stecken“, wie der Brauch auch genannt wird, bietet den jungen Männern einer Gemeinde die Möglichkeit, ganz offiziell um ein Mädel zu werben.

Bänder und ein Herz schmücken den kleinen Maibaum

In der Nacht vor dem 1. Mai besorgt sich der verliebte, junge Mann eine kleine Birke und schmückt sie mit bunten Bändern. Auch ein Herz aus Holz oder Pappe mit dem Namen der Herzdame hängt am Bäumchen und in einigen Gegenden werden sogar kleine Liebesgedichte darauf verewigt. Anschließend wurde das Bäumchen früher am Kamin auf dem Dach des Hauses befestigt, doch nachdem viele Unfälle ein böses Ende nahmen, werden die geschmückten Birken nun vor der Haustür der Angebeteten aufgestellt.

Früher auf dem Dach, heute vor dem Haus: das Maibaumstecken - Foto: © Thomas Max Müller / PIXELIO

Früher auf dem Dach, heute vor dem Haus: das Maibaumstecken – Foto: © Thomas Max Müller / PIXELIO

Die kleinen, sorgfältig geschmückten Bäumchen werden genauso gern gestohlen wie ihre großen Brüder, die Maibäume, und daher wachen die Aufsteller die ganze Nacht vom 30. April auf den 1. Mai bei ihren Kunstwerken. Dazu ist natürlich der obligatorische Kasten Bier immer dabei, schon allein, weil Mann sich ja auch mal setzen muss.

Das Abholen des Bäumchens

Nach vier Wochen darf der Jüngling sein Bäumchen wieder bei seiner Herzdame abholen und wenn sie ihr Herz für den jungen Mann erwärmen kann, erwartet ihn eine Belohung in Form eines Essens bei ihr. Früher wurden die jungen Männer von den Eltern der Angebeteten an den gemeinsamen Tisch gebeten. Alle vier Jahre, in einem Schaltjahr, dürfen die Damen einen Maibaum stecken und ihrerseits um die Gunst eines Mannes werben.

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