Kolumne

Schwandorf hautnah erleben

Von: Anja Bergler

Schwandorf ist eine weitere Stadt in der Oberpfalz mit einer sehr langen Geschichte. Nach Aufzeichnungen wurde Schwandorf bereits im Jahr 1006 urkundlich erwähnt. Dies geht aus einer Urkunde hervor, die aus dem Regensburger Kloster St. Emmeram stammt.

Funde aus der Bronzezeit belegen allerdings, dass eine Ansiedlung in dieser Region schon wesentlich früher stattgefunden haben muss. Als Mittelpunkt des Nordgaus und Sitz des herzoglichen Amtes der Wittelsbacher, ging die Stadt im 13. Jahrhundert ein weiteres Mal in die Geschichte ein. Leider wurde Schwandorf im Jahr 1504 infolge des Landshuter Erbfolgekrieges fast komplett dem Erdboden gleichgemacht. Trotz der schweren Schäden sind teilweise noch Bauwerke vorhanden, die wieder aufgebaut wurden und an diese Zeit erinnern.

Aufschwung durch den Anschluss an die Eisenbahn

Der Obere Markt in Schwandorf – Foto: Avarim

Einen Aufschwung erreichte die Region um Schwandorf durch den Bau der Eisenbahnlinie. Im Jahr 1859 konnte die Bahnlinie Regensburg – Schwandorf – Nürnberg eröffnet werden. Kurze Zeit später wurde auch Weiden mit angebunden, sodass sich Schwandorf zu einem Knotenpunkt der Eisenbahn entwickelte. Dies war auch für den Braunkohleabbau in der Region um Schwandorf und Wackersdorf sehr vorteilhaft, der bis 1982 im Tagebau betrieben wurde.

Durch diesen Tagebau entstand auch die wunderschöne Oberpfälzer Seenlandschaft, die Touristen von nah und fern bis heute in ihren Bann ziehen. Aushängeschild ist hier der Steinberger See, der den größten See der Oberpfalz darstellt und den Bereich Freizeitaktivitäten enorm aufwertet. Ob Wassersport, Wandern, Radeln oder Erholung, hier wird definitiv keine Langeweile entstehen. Auch kulinarisch kommt man durch das einheimische Fischangebot in den Genuss der zahlreichen Oberpfälzer Fischspezialitäten.

Kultur wird in Schwandorf großgeschrieben

Historisch und modern zugleich: Schwandorf – Foto: Thomas Kniess

Neben den umfangreichen Freizeitangeboten kommt auch der kulturelle Aspekt im Landkreis Schwandorf nicht zu kurz. Mit etwas mehr als 28.000 Einwohner gilt Schwandorf im Vergleich zu Regensburg, Weiden oder Amberg eher als Kleinstadt. Doch bei einem Rundgang durch die historische Altstadt wird man die Idylle lieben.

Zahlreiche Veranstaltungen im bekannten Kulturkeller bringen einem die Stadt ebenso näher, wie ein Ausflug in das Felsenkellerlabyrinth, das einen in die Unterwelt von Schwandorf bringt. Stadtführungen werden ebenfalls angeboten. Sehenswert ist hierbei, neben dem Stadtmuseum, der Marktplatz mit dem Mönchsbrunnen und dem historischen Glockenspiel. Das Wahrzeichen von Schwandorf ist zweifelsohne der Blasturm, der als einziger Teil der Stadtbefestigung noch erhalten werden konnte. Dieser gilt auch als Geburtshaus des Komponisten der Bayernhymne, Konrad Max Kunz, der dort als Sohn des Schwandorfer Stadttürmers im Jahr 1812 das Licht der Welt erblickte.

Kultur im Stadtteil Fronberg

Über die Grenzen der Oberpfalz ist mittlerweile das Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf bekannt. Hier finden in regelmäßigen Abständen Ausstellungen, Konzerte, Liederabende oder Lesungen statt. In den Sommermonaten kommen Konzert- und Theaterliebhaber im nahegelegenen Schlosshof Fronberg auf ihre Kosten.

Mit der Stadt Schwandorf bietet die Oberpfalz ein weiteres Highlight, dass sich zu besuchen lohnt. Das Angebot an Ferienwohnungen und Pensionen ist enorm und ermöglicht auch einen längeren Aufenthalt, um die Umgebung in seiner ganzen Pracht zu erkunden.

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